„Augen zu und durch.“, „Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“, „Wie es in mir aussieht, geht keinen etwas an!“. Sätze, die aus dem Mund eines Menschen mit einem Sei stark-Antreiber kommen können. Falls du dir Dinge wie diese auch in schwierigen Situationen sagst oder deine Gefühle insgesamt lieber für dich behältst, bist du wahrscheinlich mit einem ausgeprägten Sei-stark-Antreiber ausgestattet. Welche Konsequenzen das für dein Leben und deine Beziehungen mit sich bringt und wie du diesen inneren Antreiber zähmst, erfährst du in diesem Artikel.

Was sind diese inneren Antreiber überhaupt?

Stell dir innere Antreiber wie Programme in deinem Kopf vor. Innere Stimmen, die dir Befehle geben und dein Denken und Handeln beeinflussen. In der Psychologie sprechen wir von 5 verschiedenen inneren Antreibern. Jeder Antreiber führt bei dir dazu, dass du in bestimmter Weise denkst und handelst.

Beispielsweise werden Menschen mit einem starken Mach es allen Recht-Antreiber immer danach schauen, dass es anderen gut geht, sich selbst eher nach hinten stellen, werden sich nicht abgrenzen und auch mal Nein sagen – weil sie andere eben nicht enttäuschen wollen.

In diesem Artikel geht es um den Sei stark-Antreiber. Er sitzt nicht 24/7 am Steuer. Sondern vor allem in Momenten, in denen du dich beweisen musst, es stressig ist oder in Situationen, in denen es um etwas geht, das dir wichtig ist.

Wahrscheinlich besitzt du wie die meisten Menschen mehr als einen Antreiber. Schau deswegen auch gern in die Artikel zu den anderen Antreibern rein:

Aber nun zum „Star“ des heutigen Artikels.

Woran erkennst du, ob „Sei stark“ zu deinen Hauptantreibern gehört?

Stell dir vor, du würdest wie bei Big Brother 24 Stunden von Kameras in deinem Alltag gefilmt werden. Würdest du dir das Video im Nachhinein ansehen, gäbe es einige sehr deutliche Anzeichen, an denen du deinen Sei-stark-Antreiber erkennst.

Überlege dir, während du die folgende Liste durchgehst, ob du dich in den Beschreibungen wiederfindest und mach gedanklich ein Häkchen hinter jeden Punkt, der auf dich zutriffst. Dadurch bekommst du ein besseres Gefühl dafür, ob der Sei-stark-Antreiber in deinem Leben zu den Hauptakteuren gehört oder nicht.

Du hast einen sehr ausgeprägten Sei-stark-Antreiber, wenn diese Merkmale auf dich zutreffen:
  • Du machst Dinge lieber mit dir allein aus, statt mit anderen über deine Probleme zu sprechen.
  • Wenn du vor einer Herausforderung stehst, fällt es dir schwer, um Hilfe zu bitten oder sie von anderen anzunehmen.
  • Bei Projekten (z.B. eine Präsentation auf der Arbeit oder ein Umzug im Privatleben) neigst du dazu, die Arbeit auf deine Schultern zu laden, statt Aufgaben zu delegieren.
  • Du bist eine echte Kämpfernatur – aufgeben kommt für dich nicht in Frage.
  • Es ist dir wichtig, in Diskussionen deinen Standpunkt klarzumachen – und ihn notfalls auch zu verteidigen.
  • In deinem Leben gibt es nur sehr wenige Menschen, denen du dich anvertraust.
  • Du behältst deine Gefühle am liebsten für dich.
  • Jemand, der dich von außen beobachten würde, könnte in den meisten Momenten nicht erkennen, wie du dich gerade fühlst.
  • Wenn du gefragt wirst, wie es dir geht oder wie du mit deiner aktuellen Situation zurechtkommst, sind für dich Antworten typisch wie „Muss ja“ oder „Alles gut“ – selbst, wenn du dich gerade ganz anders fühlst.
  • Es fällt dir schwer, deine Gefühle differenziert zu beschreiben. Du merkst zwar, ob du dich gerade gut oder schlecht fühlst, aber bist dir häufig gar nicht so sicher, was genau in dir vorgeht.
  • Wenn du über deine Gefühle sprichst, baust du durch deine Sprache Distanz auf. Statt „Ich bin traurig“ oder „Ich fühle mich überfordert“ benutzt du Sätze wie „Man ist da schon traurig.“ oder „Solche Situationen können ganz schön schwierig sein.“
Typische Sätze, Überzeugungen und Einstellungen von Menschen mit einem Sei-stark-Antreiber sind:
  • „Ich komme weitgehend allein zurecht.“
  • „Mich erschüttert nichts so leicht.“
  • „Wie es drinnen aussieht, geht keinen etwas an.“
  • „Gefühle sind was für Weicheier.“
  • „Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“
  • „Reiß dich zusammen.“
  • „Immer weiterkämpfen. Du darfst nie aufgeben.“
  • „Nur die Harten kommen in den Garten.“

Was wirklich hinter deiner „Sei stark“-Mentalität steckt

Vielleicht hast du beim Lesen gerade deinen Hauptantreiber gefunden und bist jetzt neugierig, was das für dich bedeutet. Oder du musstest bei den Beschreibungen an Menschen in deinem Umfeld denken, die definitiv von ihrem Sei-stark-Antreiber kontrolliert werden.

In beiden Fällen ist es wertvoll, ein Verständnis dafür zu entwickeln, welche Ängste und Befürchtungen hinter dieser starken und unverwüstlichen Fassade stecken.

  • Die größte Sorge von Menschen mit einem „Sei stark“-Antreiber ist, dass sie die Kontrolle verlieren, weil sie davon überzeugt sind, dass das ganz fürchterliche Konsequenzen hat.
  • Sie haben Angst, anderen gegenüber Schwäche zu zeigen, weil sie befürchten, ihnen nicht vertrauen zu können und von ihnen verletzt zu werden.
  • Deshalb bauen sie eine Art Schutzmauer auf, hinter der sie sich stark und unbesiegbar fühlen können.
  • Sie demonstrieren anderen, dass sie die Situation im Griff haben, dass sie unabhängig sind und sich durchsetzen können. Wie ein Fels in der Brandung, der auch bei noch so hohem Wellengang nicht ins Wanken gerät.

Du fragst dich, woher diese Angst kommt?

Unsere Antreiber haben meistens etwas mit unserer Kindheit zu tun.

  • Vielleicht hat man dir als Kind immer gesagt, dass du aufhören sollst zu weinen.
  • Du wurdest bestraft, wenn du wütend wurdest und mit deinem Spielzeug um dich geworfen hast.
  • Oder dir wurde auf eine andere Art vermittelt, dass du deine Gefühle lieber für dich behältst, weil zu laute Freudenschreie nicht ladylike sind oder weil „echte Männer“ vor gar nichts Angst haben.

Damit will ich nicht sagen, dass du deinen Eltern oder anderen Bezugspersonen deiner Kindheit die Schuld für deinen ausgeprägten Sei-stark-Antreiber geben sollst. Denn das haben sie nicht absichtlich getan. Sie haben es sicher immer nur gut mit dir gemeint.

Aber genau diese Botschaften hast du eben so sehr verinnerlicht, dass sie auch noch in deinem Erwachsenenleben den Ton angeben.

Das muss nicht immer schlecht sein. Im Gegenteil. In vielen Situationen ist dein Antreiber dir ein wahrer Freund.

Die Schokoladenseite deines Sei-stark-Antreibers

Ich habe ja schon von dem „Fels in der Brandung“ gesprochen. Und ich meine das auch so.

Dein Antreiber hilft dir im Angesicht von Herausforderungen einen kühlen Kopf zu bewahren, den Überblick zu behalten und lösungsorientiert zu denken.

Du lässt dich von Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen, sondern verfolgst deine Ziele hartnäckig und konsequent. Dadurch kannst du außergewöhnliche Leistungen erbringen und deine Aufgaben kraftvoll und zuverlässig meistern.

Vielleicht wirst du von anderen schon fast wie eine Art Superheld wahrgenommen, weil du dich scheinbar von nichts aus der Bahn werfen lässt.

Warum solltest du daran überhaupt was ändern wollen? Klingt doch super, oder?

Naja, wie bei allem gibt es eben nicht nur die Schokoladenseite. Wenn du deinen Sei-stark-Antreiber nicht im Griff hast, kann er ganz schön viel Schaden anrichten.

3 negative Konsequenzen, die dein Sei-stark-Antreiber mit sich bringt

1. Es fällt dir schwer, dich auf menschliche Nähe einzulassen

Gute Beziehungen bauen darauf auf, dass du dich deinem Gegenüber öffnest und ihm Vertrauen entgegenbringst.

Vielleicht kennst du das auch. Wenn dir ein Freund sein Herz ausschüttet oder von einer Situation erzählt, in der er gescheitert ist, einen Fehler gemacht hat oder auf irgendeine Art und Weise verwundbar war, entwickelst du Mitgefühl und zwischen euch entsteht eine engere Verbundenheit.

Wenn du um dich herum aber eine Schutzmauer errichtet hast, um dich (unbewusst) vor Verletzungen zu schützen, wirkst du auf andere verschlossen und distanziert. Das macht es für sie schwierig, intensive Beziehungen mit dir aufzubauen – sowohl im Privatleben als auch auf der Arbeit.

Oder wie James Arthur es so passend in seinem Song „Naked“ ausdrückt: „Getting half of you just ain’t enough“.

In Diskussionen bist du häufig nicht gerade der angenehmste Gesprächspartner, weil du mit aller Kraft versuchst, deinen Standpunkt durchzusetzen.

  • Sitzt du beispielsweise in einem Meeting, in dem über eine neue Firmenstrategie diskutiert wird, versuchst du deine Idee auf Teufel komm raus zu realisieren und lässt dich nicht davon beeindrucken, dass die Mehrheit eine andere Meinung vertritt als du. Auch nachdem abgestimmt und eine andere Strategie beschlossen wurde, fällt es dir schwer, das Thema auf sich beruhen zu lassen.
  • Wenn du mit Freunden oder deiner Familie beim Abendessen sitzt und ihr über ein kontroverses Thema diskutiert, haust du mit Argumenten um dich und versuchst, alle von deiner Ansicht zu überzeugen, statt dir die Standpunkte von den anderen anzuhören und zu akzeptieren, dass nicht jeder der gleichen Meinung sein muss wie du.

Dieses Verhalten kann andere Menschen einschüchtern, sodass sie sich von dir zurückziehen. Oder sie fühlen sich von dir provoziert und steigen in deinen „Kampf“ ein, was im schlimmsten Fall zu ernsten Auseinandersetzungen führt. (Wenn du darauf vorbereitet sein willst, kannst du in diesem Artikel nachlesen, wie du Konflikte und Meinungsverschiedenheiten erfolgreich löst).

2. Du kannst nicht loslassen

Die beiden Beispiele aus dem vorherigen Punkt haben es ja schon angedeutet: Wenn dein Sei-stark-Antreiber sich meldet, hast du das Gefühl, ständig kämpfen zu müssen.

Darum, dass du in deinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen als Person berücksichtigt wirst. Die anderen dich nicht vergessen und ihr Ding machen.

Oder darum, die Kontrolle zu behalten und deine Fassade aufrechtzuerhalten.

Wenn du aus dem Kampf aussteigst und die Kontrolle abgibst, fühlst du dich verletzlich und unsicher. Deshalb fällt es dir selbst in Situationen, die du nicht kontrollieren kannst und bei denen du auf äußere Umstände oder andere Menschen angewiesen bist, unheimlich schwer, loszulassen und Unveränderliches zu akzeptieren.

Außerdem bist du rund um die Uhr „gewappnet“, weil du von deiner Umwelt rücksichtsloses Verhalten, Bedrohungen und harte Herausforderungen erwartest. (Jeder ist sich doch immer selbst der Nächste, oder?!).

Du stimmst mir sicher zu, wenn ich sage, dass das auf Dauer ganz schön anstrengend ist. Wahrscheinlich bist du häufig sehr gestresst oder hast Verspannungen.

3. Du verpasst Chancen

Die Vielfalt an Aufgaben und Herausforderungen in deinem Leben kann dir noch so sehr über den Kopf wachsen. Du kommst nicht auf die Idee, jemanden um Hilfe zu bitten.

Weil du das Gefühl hast, alles allein meistern zu müssen, verausgabst du dich selbst und bekommst am Ende manchmal trotzdem nicht alles geschafft. Denn wir Menschen sind einfach nicht dazu gemacht, unser Leben komplett allein zu bestreiten. Du bist nun mal kein Superheld und es gibt sehr wahrscheinlich auch in deinem Leben Dinge, die du nicht kannst und bei denen du Hilfe benötigst.

Die Einstellung „Ich brauche niemanden“ macht dich nicht nur einsam. Du machst es dir damit auch in vielen Situationen viel schwerer als es sein müsste. Wahrscheinlich verpasst du tolle Chancen, die sich dir eröffnet hätten, wenn du dein Vertrauen in andere gesetzt und ihre Hilfe angenommen hättest.

Beim Schreiben dieser Zeilen muss ich an eine Szene aus „Gilmore Girls“ denken, die mir im Kopf geblieben ist (sehr empfehlenswerte Serie übrigens). Es handelt sich um ein Streitgespräch zwischen der Hauptfigur Lorelai, die mit 16 schwanger wurde und von zu Hause weggelaufen ist, und ihrer Mutter Emily. Damit du weißt, wovon ich rede, habe ich einen Ausschnitt dieses Gesprächs für dich abgetippt:

Lorelai: „Meine Kindheit war vorbei, als ich erfuhr, dass ich schwanger war. Ich musste rausfinden, wie ich leben will. Ich habe einen sehr guten Job.“

Emily: „Als Dienstmädchen, bei deinem Verstand und Talent.“

Lorelai: „Ich hab‘ mich hochgearbeitet. Heute schmeiße ich den Laden. Ich hab‘ mir selbst was aufgebaut und zwar ohne fremde Hilfe.“

Emily: „Ja, überleg doch mal, wo du jetzt wärst, wenn du Hilfe angenommen hättest.“

Wo wärst du heute, wenn du in der Vergangenheit häufiger mal Hilfe angenommen hättest?

Mich hat diese Frage sehr beschäftigt. Vielleicht ist sie für dich ja auch ein Denkanstoß.

So kriegst du deinen Sei-stark-Antreiber in den Griff

Wie kannst du nun die Stimme deines Antreibers ein bisschen leiser drehen und ihm einen Teil seiner Macht über dich nehmen? Darum geht es jetzt.

Bitte denk aber daran: Ziel ist es nicht, deinen Antreiber komplett loszuwerden. Wenn er in einem gesunden Maß auf dich einwirkt, kann er in deinem Leben sehr viel Positives bewirken.

Gesund heißt in dem Fall, dass du der Stimme deines Antreibers nicht blind vertraust, sondern dich bewusst entscheidest, ob du ihm zuhören willst oder nicht. Wenn du zum Beispiel gerade mit einer schwierigen Aufgabe oder Situation konfrontiert bist, wirst du nicht mehr von deiner Default-Einstellung „alles alleine machen“ kontrolliert. Du hast die Wahl, ob du die Herausforderung im Alleingang meistern willst und kannst, oder ob du dir lieber Unterstützung holen möchtest.

Also lass uns gleich loslegen. Hier sind 5 Tipps, mit denen du eine gesunde und konstruktive Beziehung zu deinem Sei-stark-Antreiber entwickelst.

1.Neue Haltung gegenüber Gefühlen: Du darfst vertrauen

Um den Einfluss deines Sei-stark Antreibers auf dich zu reduzieren, ist es extrem wichtig, dass du eine neue Haltung zu deinen Gefühlen entwickelst.

Mach dir bewusst, dass es kein Zeichen von Schwäche oder Dummheit ist, anderen Menschen zu vertrauen.

  • Wenn du dich auch mal verletzlich zeigst, bietest du damit deinem Umfeld die Chance, sich mit dir zu verbinden.
  • Du machst dich nahbar und lässt zu, dass andere sich wertvoll fühlen können, wenn du sie um Hilfe oder Rat bittest.

Wenn du deine Gefühle mit anderen teilen kannst, ist das ein Zeichen von Stärke.

Um diese neue Haltung zu verinnerlichen, kannst du sogenannte Erlauber-Sätze verwenden. Das sind Affirmationen, die du dir immer wieder und wieder sagst, bis du tatsächlich daran glaubst.

Solche Erlauber-Sätze für den Sei stark-Antreiber könnten sein:

  • „Ich darf offen sein und vertrauen.“
  • „Ich darf anderen meine Wünsche mitteilen.“
  • „Gefühle zu zeigen ist erlaubt und ein Zeichen von Stärke.“
  • „Ich darf mich darin üben, um Hilfe zu bitten und sie anzunehmen.“
  • „Es ist okay, meine Rüstung abzulegen. Auch wenn mir das zunächst noch Unbehagen bereitet.“

2. In Kontakt mit deinen Gefühlen kommen

Viele Menschen mit einem ausgeprägten Sei-stark-Antreiber haben gar keinen richtigen Zugang mehr zu ihren eigenen Gefühlen. Vielleicht geht es dir auch so?

Wenn ja, kann es sehr hilfreich sein, ein paar Mal am Tag einen kleinen Check-In bei dir zu machen und dich mehrfach am Tag ganz bewusst zu fragen: „Wie geht es mir gerade?“

Versuche, mit deinen Gefühlen in Kontakt zu kommen und genau zu benennen, was gerade in dir vorgeht. Und damit meine ich etwas mehr als „Mir geht es gut“ oder „Mir geht es schlecht“.

  • Vielleicht fühlst du dich wütend, traurig, ängstlich, nervös oder enttäuscht.
  • Oder du bist fröhlich, stolz, dankbar, hoffnungsvoll oder neugierig.
  • Check also bei dir ein und benenne innerlich: „Ich fühle mich gerade traurig.“, „Gerade zwickt mein Rücken – das macht mir etwas Sorgen.“, „Mein Kopf ist ganz voll. Ich fühle mich ganz inspiriert von dem Gespräch mit Rita.“

Mit der Zeit wirst du deine Gefühle immer differenzierter wahrnehmen und benennen können.

3. Sprich über deine Gefühle

Deine Gefühle für dich selbst zu identifizieren reicht aber nicht aus, um deinen Antreiber wirklich in den Griff zu kriegen.

Es ist wichtig, dass du auch mit anderen darüber sprichst. Wenn du also das nächste Mal gefragt wirst, wie es dir geht, antworte nicht sofort reflexartig mit „Ganz gut“ oder „Muss ja“, sondern versuche, die Frage wahrheitsgemäß zu beantworten.

Hier ein paar Beispiele für Formulierungen:

  • „Heute geht es mir richtig gut. Ich habe einen tollen Vortrag gehalten und bin echt stolz auf mich.“
  • „Ich bin gerade etwas nervös wegen des anstehenden Kundentermins.“
  • „Es ist mir unangenehm, das zu sagen, aber ich knabbere noch ganz schön daran rum, dass meine Freundin nach Hamburg gezogen ist.“
  • „Ich fühle mich ein bisschen überfordert, weil heute so viel auf meiner To Do Liste steht.“
  • „Ich bin ganz aufgeregt und neugierig, weil ich heute Abend die neue Freundin meines Bruders kennenlerne.“

4. Hinterfrage deine Meinungen

Wenn du einen ausgeprägten Sei-stark-Antreiber hast, kann es sein, dass du eine negative und abwertende Haltung gegenüber Gefühlen und denen, die sie offen zeigen, entwickelt hast. Das ist aber natürlich kontraproduktiv, wenn du selbst versuchst, ein bisschen offener mit deiner Innenwelt umzugehen.

Achte deshalb mal bewusst darauf, wie du andere Menschen bewertest, die beispielsweise besonders fürsorglich sind, häufig nachfragen, wie es dir geht oder offenherzig über ihre eigenen Gefühle sprechen.

  • Hältst du sie für Weicheier?
  • Glaubst du, ihre gefühlvolle Art wäre eine Schwäche?
  • Entsprechen deine Überzeugungen diesen Menschen gegenüber der Wahrheit?

Mach dir klar, dass Fürsorge und Empathie einen Menschen nicht schwach machen. Verwechsle Empathie und Feinfühligkeit niemals mit Schwäche oder Dummheit!

Nur, wenn du deine Haltung gegenüber anderen Personen hinterfragst, wirst du auch deine eigene Haltung zu Gefühlen verändern.

5. Bitte um Hilfe

Je häufiger du dich überwindest und jemanden um Hilfe oder um einen Rat bittest, desto leichter wird es dir fallen. Übung macht schließlich, wie wir alle wissen, den Meister.

  • Wenn dir jemand seine Hilfe anbietet, nimm sie dankend an.
  • Delegiere auch mal Aufgaben, die du eigentlich auch selbst erledigen könntest.
  • Bitte einen Freund oder einen Kollegen um seine Meinung in Bezug auf eine deiner Ideen. Und wenn er anderer Meinung ist als du, hör dir seine Sichtweise an, statt deine Sicht sofort zu verteidigen oder mit Argumenten um dich zu werfen, die ihm zeigen, er liegt total daneben.
  • Wenn du nicht weiterweißt, frag jemanden um Rat.

Nimm dir doch als kleine Challenge für diese Woche vor, mindestens 2 dieser Punkte umzusetzen. Du wirst sehen, mit der Zeit wird es sich immer natürlicher für dich anfühlen, um Hilfe zu bitten.

Und du kommst zu einer entspannteren Haltung, die dir das Leben sehr viel leichter macht und es weniger anstrengend macht.

„True strength is knowing that you don’t have to be strong every single second of the day.“
– Mandy Hale

Mich interessiert brennend, wie deine Erfahrungen mit dem Sei-stark-Antreiber sind. Schreib mir in die Kommentare:

  • Hast du dich in diesem Artikel wiedererkannt?
  • Gibt es in deinem Umfeld Menschen, die einen ausgeprägten Sei-stark-Antreiber haben? Wie gehst du mit ihnen um?
  • Und zum Abschluss: Wie geht es dir gerade? Ich will etwas mehr hören als „Joa, ganz gut“ 😉

 

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