sich selbst reflektieren

Wenn du mir auf meiner Webseite, Facebook & Co schon länger folgst, dann weißt du bereits, dass ich absolute Befürworterin von Routinen und Ritualen bin. In meinen Augen ist der Aufbau von richtigen, d.h. auf dich persönlich abgestimmten Routinen eines der mächtigsten Werkzeuge, um dich langfristig und wirkungsvoll von deinem Stress zu verabschieden und ein erfülltes Leben zu führen.

Als bekennender Rituale-Fan mit Hang zum Bullet Journaling habe ich mir deshalb überlegt, dass ich auch gerne für meinen Geburtstag eine feste Routine einbauen möchte. Um ihn auf eine andere Art gebührend zu feiern und zu zelebrieren. Ich freue mich deshalb, mein neues Geburtstagsritual mit dir zu teilen und bin gespannt, ob es dich inspiriert, dir einige der Fragen selbst zu stellen. Ob zum Geburtstag oder auch zu einer anderen Gelegenheit.

In dem Artikel teile ich aber nicht nur mit dir, warum ich ein solches Ritual für wichtig erachte, und wieso ich es mit dem sich selbst reflektieren verbinden möchte. Du erfährst außerdem, welche Reflexionsrituale ich ohnehin bereits habe und die 10 Fragen, die ich nun als Geburtstagsritual einführen will. Aber das Beste: ich lasse dich an meiner eigenen Reflexion wirklich teilhaben. Denn ich habe sie für dich eingesprochen.

Rituale erlauben dir, innezuhalten

Wir alle haben Tage und Termine im Jahr, die wir mit unserer Familie und unserem Partner routinemäßig auf immer dieselbe oder ähnliche Art feiern. Zum Beispiel Weihnachten. Am Heiligabend in die Kirche, danach Bescherung mit der Familie, Festschmaus, am ersten Weihnachtsfeiertag zu deiner Oma und so weiter. Wie auch immer die Feiertage ablaufen – mit der Zeit hat sich sicherlich eine Art festes Programm bei dir und deinen Liebsten eingeschlichen. Oder nehmen wir Ostern. Vater- oder Muttertag. Valentinstag. Alles Tage, die genutzt werden, um Erinnerungen, Personen oder einfach nur das Beisammensein zu feiern.

Auch wenn ich ehrlich sagen muss, dass ich nicht wirklich Fan davon bin, wie mittlerweile selbst solche ursprünglich intimen und persönlichen Festtage kommerziell genutzt und gepusht werden, haben sie dennoch etwas Gutes. Sie geben dir die Möglichkeit, inne zu halten. Durchzuatmen und zu überprüfen: Moment mal, wie bin ich denn eigentlich gerade unterwegs?

Der Vater- und Muttertag könnte dich beispielsweise einladen, dich zu fragen, ob du mit der Beziehung, wie du sie gerade zu deinen Eltern pflegst, zufrieden bist. Auch der Valentinstag ist nicht nur dafür da, deine Partnerin mit einem Strauß Rosen zu überraschen, sondern insbesondere die Zeit, die man bereits zusammen verbracht hat, wertzuschätzen, Revue passieren zu lassen und zu überlegen, was man noch alles gemeinsam erleben möchte.

An Weihnachten und zum Jahresende hin werden viele Menschen tiefgründiger und sentimentaler und fragen sich, wozu sie hier sind und wie sie mehr Zwischenmenschlichkeit, Liebe und Dankbarkeit zum Ausdruck bringen können. Oder auch, welche schlechten Gewohnheiten sie zum neuen Jahresstart ablegen wollen.

Sich selbst reflektieren als Wegbereiter für Veränderungen auf dem Weg zu deinem glücklichen und erfüllten Leben

Ich habe dir in einem anderen Artikel erklärt, wieso ich es gerade heutzutage so unfassbar wichtig und gewinnbringend finde, wenn du mit dir selbst in Kontakt bleibst. Schau gern hier vorbei.

Auch ich nutze das Potenzial, das in regelmäßiger Reflexion steckt für meine persönliche, berufliche und zwischenmenschliche Weiterentwicklung. Ich habe sie in Form einer meiner wichtigsten Routinen zum festen Bestandteil meines Lebens gemacht. (Hier erhältst du einen Einblick in all meine ganz persönlichen Routinen und Rituale, die mir dabei helfen, trotz viel harter Arbeit genügend Zeit für mich zu haben und erfüllt zu sein). Wenn du den Artikel bereits kennst, weißt du schon, dass ich stolze Besitzerin eines Bullet Journals bin. Einerseits, um meine kreative Seite auszuleben (ich stehe total auf Handlettering und schön gestaltete Designs), andererseits, um mich zu organisieren und zu reflektieren. Und das regelmäßig.

Meine bisherige Bullet-Journal-Reflexion

Einmal im Jahr zum Jahresende bzw. Jahresstart denke ich ganz gezielt über meine Ziele für das Jahr nach. Ich schaue mir dabei sechs verschiedene Bereiche an: Familie und Freunde, Finanzen, Arbeit, Gesundheit, Kreativität und Persönlichkeits-Entwicklung. Für jeden dieser 6 Bereiche lege ich zwischen 3 und 5 Hauptziele fest.

Das heißt Verhaltensweisen, Erfahrungen oder Ergebnisse, die ich in diesem Bereich in dem vor mir liegenden Jahr erleben oder erzielen möchte. All dies schreibe ich mir so detailliert wie möglich auf. Beispielsweise habe ich mir dieses Jahr vorgenommen, mich endlich um das leidige Thema Altersvorsorge zu kümmern, ich will meine Großeltern in Potsdam besuchen und mit meinen Schwestern ein Geschwisterwochenende verbringen, ich möchte einen Dia-Vortrag besuchen, jeden Monat ein Buch lesen, meine Promotion zu Ende schreiben und einen Podcast herausbringen. Und dann noch einiges andere.

Im Bullet Journal hole ich mir monatlich diese Übersicht heraus und definiere Monatsziele, die mich meinen großen Zielen näher bringen oder aber auch einfach wichtig sind für den Moment. Spätestens am Ende jeden Monats nehme ich mir meine Notizen vor und überprüfe, inwiefern ich im Einklang mit dem unterwegs bin, was ich mir vorgenommen hatte. Ich frage mich, was funktioniert hat, was nicht und was ich daraus lerne für den kommenden Monat.

Ich verbinde mich also ganz bewusst mit meinen Zielen und überlege, welche davon ich bereits erreicht habe, von welchen ich noch weit entfernt bin und was ich konkret in den nächsten Wochen anders machen könnte, um ihnen näher zu kommen.

Du siehst also: sich selbst reflektieren ist nicht neu für mich. Und natürlich bleibt es nicht bei diesen monatlichen Reflexionen, sondern jeder Tag beinhaltet bei mir solche ritualisierten Reflexionsprozesse. Aber das führt an dieser Stelle zu weit. Denn vielleicht fragst du dich mittlerweile schon, was das denn alles bitteschön mit meinem neuen Geburtstagsritual zu tun hat, von dem ich dir unbedingt und ursprünglich erzählen wollte.

Deshalb werde ich dich nicht länger auf die Folter spannen. Die Idee für einen solchen Geburtstag-Check-In ist mir übrigens an verschiedenen Stellen begegnet. Beispielsweise bietet Jesta Phoenix, eine liebe Kollegin, einen solchen Check-In für ihre Klienten an. Laura Seiler, die du vielleicht von ihrem Podcast Happy, holy & confident kennst, hat für sich selbst eine solche Routine bereits seit Jahren etabliert. Und ich nun auch :-).

Was es mit meinem neuen Geburtstagsritual auf sich hat

Da ich am bereits am eigenen Leib erfahren habe bzw. merke, wie gut es mir tut, mich regelmäßig ernsthaft und tiefgründig mit mir selbst auseinanderzusetzen, möchte ich zusätzlich zu meinen bereits etablierten Momenten der Reflexion mein Lebensjahr durch 10 Fragen Revue passieren lassen.

Dabei handelt es sich natürlich nicht um x-beliebige Fragen sondern um solche, die mir dabei helfen, das letzte Jahr in Dankbarkeit abzuschließen, es gebührend zu feiern und mich voller Vorfreude und Motivation auf mein nächstes Lebensjahr einzustimmen.

Als Ordnungsliebhaberin habe ich nach einer Kategorisierung, einem System gesucht, damit die Fragen auch in einer sinnvollen und für mich stimmigen Reihenfolge sind. Rückgegriffen habe ich auf die 4 psychologischen Grundbedürfnisse, die Klaus Grawe in seiner Konsistenztheorie benannt und erforscht hat. Klaus Grawe war ein großartiger deutscher Psychotherapeut, der 2005 verstorben ist. Die Idee zu den psychologischen Grundbedürfnissen ist ganz leicht: Wenn sie bei dir gut gefüllt sind, du ihnen also ausreichend nachkommst, fühlst du dich zufrieden, bist glücklich und hast ein sinnerfülltes Leben.

Deshalb lag es für mich nahe, mir Fragen aus jedem der Bedürfnisbereiche zu stellen.

Bevor ich dir meine Fragen präsentiere, möchte ich dir ganz kurz etwas zu diesen Grundbedürfnissen sagen.

Vier elementare Grundbedürfnisse, die in Jedem von uns schlummern

Als Quelle für ein glückliches und erfülltes Leben sieht Klaus Grawe die erfolgreiche Befriedigung folgender Bedürfnisse an:

1. Orientierung/Kontrolle

Es ist wichtig für dich, die Dinge und dein Leben im Griff zu haben, die Welt um dich herum beeinflussen zu können und auch zu wissen, wie du Erfahrungen, die du in deinem Leben machst, sinnvoll einordnen kannst, aber auch, dass du weißt, wohin du gehörst oder was du zu tun hast.

2. Lustgewinn/Unlustvermeidung

Uns Menschen geht es gut, wenn wir möglichst viele Dinge tun, die uns erfreuen, lustvoll sind, uns Spaß machen – eben gute Gefühle auslösen. Genauso wenn wir nicht ständig unangenehmen, schmerzlichen Erfahrungen ausgesetzt sind.

3. Bindung

Bindung steht für dein Bedürfnis nach Nähe zu anderen Menschen. Dir geht es gut, wenn du sichere Beziehung zu anderen Menschen hast, die dir gut tun, dir Sicherheit und Geborgenheit vermitteln und dir Schutz bieten.

4. Selbstwertschutz/Selbstwerterhöhung

Dir geht es gut, wenn du dich selbst als kompetent und wertvoll einschätzt und dich von anderen geliebt fühlst. Deshalb versuchst du möglichst gute Leistung zu bringen, um deinen Selbstwert zu erhöhen bzw. aufrechtzuerhalten und schützt dich instinktiv vor allem, was ihn angreifen könnte.

So, nun dürftest du ganz grob einen Überblick haben, was hinter den einzelnen Grundbedürfnissen steckt.  Nun kann es endlich loslegen. Tadada, hier die 10 Fragen, die ich mir nun jedes Jahr auf‘s Neue stellen werde. (In den Klammern steht die Abkürzung für das jeweilige Bedürfnis. O&K steht für Orientierung & Kontrolle, S für Selbstwertschutz und Selbstwerterhöhung, L/U für Lustgewinn und Unlustvermeidung und B für Bindung.)

10 Fragen, die mir dabei helfen, das vergangene Jahr zu reflektieren

  1. Was sind meine drei wichtigsten Erkenntnisse oder Aha-Momente aus dem letzten Jahr? Was habe ich dadurch über mich und das Leben gelernt? (O&K)
  2. Was hat mir im vergangenen Jahr besonders viel Freude bereitet, mich begeistert und mich selbst aufblühen lassen? (L/U)
  3. Wofür bin ich dankbar? (L/U, B)
  4. Bin ich der Mensch in meinen Beziehungen gewesen, der ich sein möchte? (B)
  5. Bin ich mir selbst ein guter Freund gewesen? (Was hat mir im Umgang mit mir selbst gut getan, was nicht?) (S)
  6. Worauf bin ich stolz? (Welche Erfolge habe ich erzielt, welche Ziele erreicht, welche Verhaltensweisen verändert? (S)
  7. Wozu möchte ich beitragen (im kommenden Jahr)? O&K)
  8. Welchen Ratschlag würde ich mir jetzt geben, wenn ich die Möglichkeit hätte, das Jahr nochmal zu leben? (O&K, S)
  9. Was wünsche ich mir für das nächste Jahr? (L/U, B, S)
  10. Welches Versprechen möchte ich mir selbst für das kommende Jahr geben? (O&K)

Wenn du an meiner ganz persönlichen Reflektion interessiert bist, höre gern rein. Die ersten 10 Minuten beantworte ich die erste Frage und ab Minute 11 steige ich in die anderen 9 ein. Puh, schon aufregend und ungewohnt, das hier so öffentlich mit dir zu teilen…

Ich bin gespannt, was du von den einzelnen Fragen hältst. Vielleicht konnte ich dich überzeugen, so etwas Ähnliches auch an deinem Geburtstag einzuführen. Ob es nun dieselben oder andere Fragen sind – ich verspreche dir, es lohnt sich auf alle Fälle. Und vielleicht fallen dir ja auch noch andere vielversprechende Fragen ein, die ich, du, oder der Rest unserer community für den nächsten Geburtstag nutzen können? Teile sie gern in den Kommentaren.

 

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