Routinen-aufbauen

Möchtest du etwas mehr Balance und Leichtigkeit in deinem Leben? Dich gelassener fühlen und nicht ständig das Gefühl haben, dass du selbst mit deinen Bedürfnissen zu kurz kommst?

Ich habe schon immer nach Wegen gesucht, wie meine Tage entspannter verlaufen können. So, dass ich mich nicht gestresst fühle von der Vielfalt und Menge an Aufgaben. Aber noch wichtiger für mich: damit ich auch noch ausreichend Zeit für mich selbst, für meine Selbstfürsorge habe. Denn die habe ich früher sehr oft schleifen lassen…

In diesem Artikel möchte ich dir einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen und dir zeigen, womit ich selbst eine ganze Zeit Probleme hatte. Ich gebe dir einen Einblick in meine persönlichen Routinen und Rituale und zeige dir, wieso ich fest davon überzeugt bin, dass jeder Mensch ganz bewusst gewählte und zusammengestellte Routinen haben sollte.

Wenn du selbst Routinen für dich entwickeln möchtest, dann lade dir meinen Guide „Wie du für dich selbst die perfekte Routine entwickelst“ herunter. Ich erkläre dir darin die sechs Schritte, mit denen du eine bewusste Routine entwickeln kannst.

Ein kleiner Blick behind the scenes

Um es ehrlich zuzugeben: Ich arbeite viel. Sehr, sehr viel.

Ich bin mir sehr sicher, dass mindestens meine Eltern denken, ich sei ein Workaholic. Wahrscheinlich auch meine Freunde.

Sie alle haben nicht ganz unrecht. Hinter mir liegen Jahre, in denen ich 7 Tage die Woche gearbeitet habe und jeder Tag hatte nicht nur die üblichen 8 Stunden, sondern deutlich mehr. Ich bin nicht stolz darauf und es ist auch nicht erstrebenswert.

Darüber beklage ich mich nicht, ich will es hier nur offen schreiben. Ich habe das selbst gewählt und ich liebe meinen Job. Oder besser meine Jobs. Vielleicht weißt du es noch nicht. soulsweet ist mein neustes Baby und Herzensprojekt, aber ich war schon davor mehr als gut ausgelastet mit meiner Selbstständigkeit als Beraterin und Coach und meiner Arbeit als Forscherin am Uniklinikum in Heidelberg. Schon oft habe ich Menschen sagen hören: „Ich weiß gar nicht, wie du das alles machst.“

Für mich war das nie eine Frage. Ich bin ein Mensch voller Energie und Tatendrang. Voller Begeisterung für das, was ich mache und einer offenbar nicht enden wollenden Sehnsucht, Neues zu lernen und auszuprobieren. Ich brauche die Abwechslung, ich liebe die Vielfalt und ich mag es, wenn ich vor Herausforderungen gestellt werde. So bin ich eben.

Das – und das war mir schon ziemlich lange klar – macht es notwendig, dass ich wirklich gut auf mich selbst acht gebe. Ich habe vieles probiert. Manches hat gezündet, anderes nicht.

Nicht nur andere, sondern auch sich selbst nähren

Wirklich konsequent auf die Suche gegangen nach Wegen, die für mich funktionieren, bin ich in den vergangenen drei Jahren. Das hat einen Grund.

Ich gebe sehr viel, bin gern da für andere und ziehe daraus Energie. Allerdings gab es in den letzten Jahren in meinem Umfeld viele kleine und große Einschläge. Das bedeutete viele Sorgen und Ängste, Trauer, viel Dasein, viel Geben. Das hat uns alle gefordert – manchmal ganz praktisch in der Organisation von etwas, noch häufiger emotional.

Diese Zeit hat mir sehr deutlich vor Augen geführt: Ich muss etwas verändern, so dass ich wirklich produktiv bin (schon immer peanuts für mich) und meine Selbstfürsorge genauso wichtig nehme wie alles andere.

Mein persönlicher Schlüsselmoment

Einen der wichtigsten Aha-Momente auf dem Weg hatte ich durch meine Ausbildung in Positiver Psychologie, die ich 2016 begann. Um das Level 1 der Ausbildung abzuschließen, benötigten wir unter anderem eine Abschlussarbeit. Die bestand entweder in der Darstellung von Coachingfällen oder aus einem „Persönliches Portfolio“. Die Coachingfälle hätte ich ohne weiteres zusammenschreiben können – ist ja mein daily business. Mir war sofort klar, dass das „Persönliche Portfolio“ das für mich herausforderndere war. Und das, von dem ich persönlich am meisten profitieren würde. Also entschied ich mich dafür.

Zu dem Portfolio gehörte:

  • Sich selbst einen Plan zu erstellen mit Übungen aus der Positiven Psychologie,
  • diesen Plan auch wirklich umzusetzen, d.h. die Übungen in den Alltag einzubauen und sich danach zu richten,
  • der Einsatz von Fragebögen (um zu messen, ob und was sich über die Zeit veränderte) und
  • all das in einer schriftlichen und mündlichen Abschlussarbeit aufzubereiten und zu präsentieren.

Ich habe mir vorgenommen, mein persönliches Portfolio zu füllen mit Dingen, die für Achtsamkeit und Selbstfürsorge stehen. Es ist mir gelungen und hat schon zu Beginn einen riesigen Unterschied gemacht.

Seither habe ich vieles weiterentwickelt und verbessert.

Aber seither weiß ich auch: Mich an meine täglichen Routinen zu halten, macht es mir möglich, genau die Menge an Selbstfürsorge in meinen Alltag einzubauen, die ich brauche, um mich energiegeladen und vollkommen entspannt zu fühlen. Und zwar auch dann, wenn mein Tag oder meine Woche wirklich proppevoll ist.

Täglich grüßt das Murmeltier

Wenn ich über Routinen (oder Rituale) spreche, dann meine ich damit jene festen Gewohnheiten, die wir alle mehr oder wenig bewusst in unserem Tagesablauf haben.

Am Abend vor dem Fernseher auf der Couch abhängen wird zu einer Routine, wenn du es jeden Tag tust. Es ist nicht unbedingt der beste Weg, um deine Zeit zu nutzen, wenn das alles ist, was du am Abend machst. Genauso wie es zur Routine wird, wenn du jeden Morgen erst einmal mit dem Hund eine Runde um den Block spazieren gehst und danach mit einer Zeitung in der Hand einen Kaffee trinkst.

Diese Routinen oder kleinen Rituale bestimmen darüber, wie du lebst, denkst und dich fühlst.

What you do every day matters more than what you do once in a while.
-Gretchen Rubin

Davon bin ich fest überzeugt. Die kleinen, täglichen Handlungen sind so viel bedeutsamer für dein Wohlbefinden und deine Zufriedenheit als einzelne große.

Ohne Routinen laufen die meisten Menschen ihrer Zeit hinterher, hetzen durch den Alltag, um am Abend den faden Beigeschmack auf der Zunge zu spüren, mal wieder durch den Tag gewuselt zu sein und zugleich zu wenig Zeit mit schönen Dingen verbracht zu haben.

Ich glaube fest daran, dass eine bewusst zusammengestellte Routine dir mehr Klarheit, Fokus, Gelassenheit und Erfüllung bringt. Wenn du dich wirklich bemühst, deine Routinen so zu gestalten, dass sie deinen Körper, deinen Geist und deine Seele nähren, dann wirst du dich zwangsweise weniger gestresst fühlen, es besteht weniger die Gefahr, auszubrennen oder auch dich vom Leben gelangweilt und im reinen Funktionsmodus zu befinden.

Wieso tägliche Routinen so machtvoll sind

Ich kenne Menschen, die wehren sich gegen die Etablierung von Routinen und Ritualen für ihr Leben. Sie glauben, dass feste Routinen langweilig sind, starr und sie in ihrer Flexibilität, Kreativität oder Spontanität einschränken. Ich erlebe bei allen Menschen mit festen Routinen, dass das Gegenteil der Fall ist.

Rituale bringen genau die Freiheit, die wir brauchen. Denn das Gehirn muss bestimmte Entscheidungen nicht treffen, wenn schon vollkommen klar und eingeübt ist, was am Vormittag, auf Arbeit oder am Abend vor dem Schlafengehen passiert. Es wird kognitiv weniger beansprucht (was gut ist, weil deine Energiespeicher über den Tag weniger leer laufen und du somit über den Tag hinweg länger bessere Entscheidungen triffst und produktiver bist).

In diesem Bild siehst du den Vergleich der Hirnaktivität einer Ratte bei einem Experiment.

Jeden Tag durchlief die Ratte das gleiche Labyrinth, um am Ende eine Belohnung zu erhalten. Schon nach einer Woche benötigte sie deutlich weniger Hirnaktivität, um den Weg durch das Labyrinth zu finden und somit die Aufgabe zu lösen.

Klar, bist du keine Ratte. Aber der Effekt ist bei uns Menschen nachweislich derselbe.

Gerade wenn du also auch einen vollen Zeitplan und einen stressigen Alltag hast, sind klug gewählte Routinen perfekt für dich. Denn sie bilden das System, das dir hilft, genügend Selbstfürsorge zu betreiben und dich gut zu organisieren (womit du Zeit sparst, die für andere wichtige Dinge frei wird).

Einige meiner Routinen, die mir am meisten helfen

Besonders lange gefeilt habe ich an meiner Morgenroutine. Sie enthält ganz verschiedene Aktivitäten, dir mich stärken, mir Energie und Ausgeglichenheit bringen und die Ich-Zeit, die ich mir schon immer gewünscht habe. Im Grunde besteht meine Morgenroutine also aus vielen kleinen, einzelnen Routinen und Ritualen.

Ich mache diese Dinge am Morgen, denn wie heißt so schön: Wie du den Tag beginnst, so wird er verlaufen.

Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich die meisten der mir wichtigen Dinge zu selten in den Abend legen konnte. Nun stehe ich rechtzeitig auf, um beispielsweise in Ruhe zu frühstücken, Zeit im Bad zu haben, zu meditieren oder Yoga zu praktizieren, mir eine Intention für meinen Tag zu setzen und mir Zeit zu nehmen, um etwas zu lesen, einen inspirierenden Podcast zu hören oder mich weiterzubilden.

Aber meine Morgenroutine ist nicht das einzige, was ich mittlerweile ritualisiert habe…

Ich gehe innerhalb eines bestimmten Zeitfensters ins Bett und schlafe jeden Tag 7 Stunden. Mir diese Routine anzugewöhnen war echt schwer, denn ich habe früher immer mal wieder nur 2 oder 3 Stunden die Nacht geschlafen, um alles erledigt zu bekommen. Ich konnte das durchhalten und mein hohes allgemeines Energielevel hat mich trotzdem gut durch die Tage gebracht. Aber ich spüre den Unterschied, bin viel ausgeglichener. Witzigerweise darf ich auch nicht viel länger schlafen, denn komme ich viel schlechter in die Gänge.

Zu Beginn meines Arbeitstages verschaffe ich mir einen Überblick über meine Aufgaben und priorisiere sie in einer bestimmten Weise, damit ich am Ende eben nicht vor lauter Emails oder Telefonaten nicht das geschafft habe, das ich mir vorgenommen habe. Ich habe eine klare Reihenfolge in der Bearbeitung der Aufgaben und in dieser Zeit bin ich fokussiert und lasse mich nicht ablenken. Am Ende jeden Tages gibt es ein kleines Review und einen bewussten Tagesabschluss in meinem Bullet Journal.

Ich achte auf regelmäßige kleine und größere Pausen während des Arbeitstages, um mich wieder fit und wach zu fühlen (anstelle wie früher durchzuarbeiten und literweise Kaffee in mich reinzuschütten).

Ich räume am Abend täglich auf – äußere und innere Ordnung gehen Hand in Hand.

Das sind noch längst nicht alle meiner Rituale, aber sie geben dir vielleicht einen Eindruck, dass es ganz unterschiedliche Rituale geben kann, die deinen Stress minimieren und dir Gelassenheit und Leichtigkeit bringen.

Meine Geheimwaffe, mit der ich die Umsetzung meiner Vorsätze sichere

Bei der Etablierung meiner Routinen und neuen Gewohnheiten gibt es eine Wunderwaffe. Ein Bullet Journal. (Was ist das denn?)

Mein erstes Bullet Journal habe ich vor zwei Jahren angelegt. Ich liebe Papier, schöne Schreibwaren und bin gern kreativ. Für mich hat das Gestalten allein schon einen meditativen – also beruhigenden – Charakter.

      

Das Bullet Journal ist nicht nur mein Timer und Aufgabenplaner, sondern wirklich der Ausgangspunkt für meine Routinen und die Sicherung meiner Nachhaltigkeit. Leider ist meine Selbstdisziplin nämlich eine schlummernde Stärke 😉 und ich hatte früher ganz oft Probleme, mich an irgendwelche Vorsätze wirklich zu halten.

In meinem Bullet Journal kann ich nicht nur meine Pläne festhalten, sondern sie vor allem tracken und mich selbst überprüfen, wie gut (oder schlecht) ich unterwegs bin. Stück für Stück wird aus dem Vorsatz die Routine.

Wie das konkret aussieht?

Ich mag Herausforderungen. Also ersinne ich mir selbst jeden Monat Challenges (oder suche mir welche im wunderbaren weltweiten Netz), die irgendwelche Dinge beinhalten, die ich gern zu meiner Routine machen würde.

Beispielsweise bin ich noch immer nicht perfekt darin, Yoga in meine tägliche Morgenroutine einzubauen. Also habe ich im Januar an der 30-tägigen Yoga-Challenge von Mady Morrison teilgenommen.

Außerdem benutze ich täglich meinen Habit Tracker. Am Anfang des Monats zeichne ich diesen und überlege mir, welche Dinge mir für diesen Monat jeweils besonders wichtig sind.

Weil ich mein Bullet Journal täglich ausfülle, sehe ich also, wie gut ich unterwegs bin und kann gegensteuern, falls notwendig.

Wie du eine perfekte und für dich maßgeschneiderte Routine entwickelst

Im besten Fall hast du nun Lust bekommen, selbst für dich hilfreiche Routinen und Rituale zu entwickeln. Das wäre wunderbar!

Denn tägliche Routinen schaffen Beständigkeit für dich, sie helfen dir mit deinem Zeit- und Selbstmanagement und sie können dich unterstützen, gesundheitsfördernde Gewohnheiten in deinem Leben zu etablieren.

Ich habe einige wenige Schritte für dich zusammengestellt, mit denen du dir deine eigene Routine zusammenstellen kannst.

Hier kannst du dir kostenlos den Guide „Wie du für dich selbst die perfekte Routine entwickelst“ herunterladen. Darin findest du die Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Mich interessiert: Wie siehst deine perfekte Routine aus?

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Ich hoffe, dieser Artikel überzeugt dich von der Macht, die Rituale und Routinen für dein Leben haben können und inspiriert dich, selbst für dich solche hilfreichen Gewohnheiten zu entwickeln. Mindestens will ich dich aber animieren, mehr Aufmerksamkeit auf deine täglichen Routinen und Gewohnheiten zu legen. Denn ich bin mir sicher, dass du mit einigen einfachen Veränderungen bereits große Wirkungen für dich erzeugen kannst.

 

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