Eine neue Arbeitsstelle, ein nicht kleiner werdender Berg an To Dos, Druck von allen Seiten und eine Work-Life-Balance in absoluter Schieflage – so ging es Kathi vor ein paar Monaten. Heute kann sie die Arbeit einfach mal Arbeit sein lassen und voll ihre Freizeit genießen. In diesem Interview erzählt sie, wie sie in kleinen Schritten ihr Leben wieder ins Lot gebracht hat.

Als wir uns kennengelernt haben, war dir klar, dass Work-Life-Balance dein Thema ist. Womit warst du unzufrieden?

Die Waage zwischen Arbeit und Privatleben hing einfach total schief. Ich hatte 2016 im Ausland einen neuen Job angefangen und wurde ins kalte Wasser geschmissen. Ich hatte viel mehr zu tun, ich kannte das System und die Arbeitsweise nicht. Aufgaben, die ich mir bei meiner alten Stelle mit Kolleginnen geteilt hatte, musste ich jetzt komplett alleine erledigen. Dazu kamen neue Aufgaben, in die ich mich einfinden musste. Die Anforderungen haben mich praktisch überrollt.

Um das irgendwie gebacken zu kriegen, habe ich einfach immer mehr und mehr gearbeitet. Auch am Wochenende. Ich war ständig am Rennen. Entspannen konnte ich kaum. Bei Treffen mit Freunden war ich seltener dabei. Ich hab mich aus Freizeitaktivitäten rausgezogen, wenn sie abends zu lange gingen. Ich wollte sicher gehen, dass ich genug Schlaf krieg, um fit für den nächsten Arbeitstag zu sein. Wirklich geklappt hat das aber auch nicht, weil mich die endlosen Listen an To Dos auch in den Schlaf verfolgt haben.

Ich wusste, dass das langfristig nicht gut ist. Ich war dauerunzufrieden, schnell genervt, stand immer unter Druck. Meine Partnerschaft hat das alles extrem belastet.

Oft hab ich mich gefragt: Wie lange geht das noch gut?

Und trotzdem konnte ich lange nichts dran ändern. Ich wusste nicht wie. Nichts, was ich ausprobiert hab, hat wirklich langfristig geholfen. Der Berg an Arbeit wurde nicht kleiner und ich konnte nicht einfach weniger arbeiten. Sonst wäre es ja nur noch schlimmer geworden.

Viele Menschen haben mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen wie du, wenn es um ihre Work-Life-Balance geht. Und viele bekommen es nicht hin. Wie sieht es bei dir heute aus?

Bei mir sind Work und Life endlich wieder im Lot. Ich kann viel besser trennen zwischen Arbeit und Privatem. In meinem Kopf hab ich den Job klar auf einer Seite und meine Freizeit auf der anderen und zwischen beidem kann ich bewusst switchen. Dadurch kann ich mir wirklich Zeit für mich und meine Lieblingsmenschen nehmen und Entspannungsphasen ohne schlechtes Gewissen genießen. Die Arbeit bleibt dann einfach mal Arbeit.

Ich fühle mich tausendmal besser, bin entspannter und ausgeglichener. Mir gehen so viele Sachen wie von selbst von der Hand. Und mancher Stress, den ich noch vor einem Jahr hatte, ist jetzt überhaupt kein Thema mehr. Ich hab einen ganzen Kasten an Werkzeugen im Gepäck, mit dem ich Probleme und meine alten stressverschärfenden Muster angehen kann. Ich bin stressigen Situationen nicht mehr ausgeliefert. Allein das zu wissen, tut unglaublich gut.

Das klingt danach, als hättest du deine Work-Life-Balance mittlerweile richtig gut im Griff. Wie hast du das geschafft?

Indem ich neue Routinen aufgebaut habe. Das hört sich irgendwie so banal an, aber unsere täglichen Gewohnheiten sind so, so entscheidend. Und meine damaligen Gewohnheiten waren nicht gut für die Work-Life-Balance.

  • Den Job immer an die erste Stelle zu stellen – schlechte Angewohnheit.
  • Alles zu jedem Zeitpunkt perfekt machen zu wollen – schlechte Angewohnheit.
  • Erholungspausen und Freizeit streichen, wenn es stressig wird – schlechte Angewohnheit.

Durch „Die Stresspiloten“ ist mir erst klar geworden, in welches Verhalten ich automatisch verfalle und wie das zu meinem Stress beiträgt oder ihn auch noch vergrößert.

Jetzt habe ich neue, gute Gewohnheiten integriert. Ich erledige viele mehr Dinge, Sachen werden in Ordnung gebracht, der Ausgleich zur Arbeit ist da.

Welche Gewohnheiten haben dir am meisten geholfen, die Ausgewogenheit zurückzugewinnen und zu behalten?

Am Wochenende erstelle ich meine Wochenplanung. Ich schreibe alle Aufgaben, Termine und Aktivitäten in einen Kalender. Ich habe alle meine Pflichtaufgaben am jeweiligen Tag im Blick und kann sagen: „Okay, wenn ich das gemacht habe, dann ist es aber auch wirklich genug und es ist Zeit, etwas Schönes für mich zu tun.“. Dadurch hab ich mehr Weitsicht, wie dringend die To Dos sind und wann ich welche erledigen will. Das entzerrt und entlastet.

Außerdem reserviere ich mir Zeitfenster für bestimmte Aktivitäten. Damit komme ich ins Tun und schneller voran, weil ich mir die Aufgaben begrenze. Und ich gehe sicher, dass ich den Kram wirklich erledige. Wenn ich weiß: „Bis halb vier bin ich mit der Aufgabe durch.“, motiviert mich das. Oder nur zehn Minuten lang die Küche aufzuräumen, ist eine Mini-Hürde, die ich locker packe. Das habe ich mir zum Beispiel für jeden Abend angewöhnt.

Manchmal reicht mir ein gesetztes Zeitfenster auch nicht. Dann stelle ich mir die Frage: Ist mir die Aufgabe so wichtig, dass ich noch ein zweites Fenster dranhänge (vielleicht auch nur ein paar Minuten)? Oder ist es einfach gut, dass ich überhaupt ein bisschen was gemacht habe? Ich fälle eine bewusste Entscheidung und bin dann mit beiden Varianten zufrieden.

Neben deiner Wochenplanung und den Zeitfenstern, was ist noch wichtig für dich, um weniger gestresst zu sein?

Meine Morgenroutine ist essentiell. Oder genauer gesagt, meine Morgenroutinen. Mehrzahl. Denn ich hab da keinen festen Ablauf von drei Dingen, den ich penibel befolge. Stattdessen schaue ich jeden Morgen, wie es mir geht und was ich genau heute und jetzt brauche. Und je nachdem, was das ist, mache ich das dann. Das wichtige ist, dass diese Zeit für mich – egal, wie ich sie letztendlich nutze – ein fester Bestandteil meines Starts in den Tag ist.

Dabei hat mir dein Kurs sehr geholfen. Einerseits weil die Morgenroutine entwickeln an sich ja zwei der Module sind. Aber noch viel mehr, weil ich durch dein Coachingprogramm überhaupt erst gelernt habe, achtsamer für mich zu werden und bewusster durch mein Leben zu gehen. Früher bin ich in einen Aktionismus verfallen. Hab einfach gemacht, was ich dachte, was sein muss. Heute hab ich einen ganz anderen Blick auf viele Dinge.

Bei welchen Dingen hat sich zum Beispiel deine Perspektive verändert?

Wie ich die Wertigkeit und Wichtigkeit von vielen Dingen und Handlungen sehe. Das ist präsenter geworden. Ein zentrales Stressthema ist bei mir zum Beispiel Perfektionismus. Ich habe früher immer versucht, alles perfekt zu machen. Egal, was für eine Aufgabe es war. Inzwischen kann ich aber bewusst entscheiden, wann ich meinem Perfektionismus Raum gebe und wann nicht. Ich schaue auf eine Aufgabe und entscheide: ist mir dieses To Do so wichtig, dass ich die vollen 100 Prozent geben möchte, oder reicht mir hier auch ein 80-Prozent-Ergebnis? Ich habe mich selber mehr Blick. Und ich habe so viel innere Freiheit gewonnen.

Ein anderes Beispiel sind die Mini-Urlaube, die im Kurs ja direkt am Anfang kommen. Die Bedeutung einer Aktivität umzumünzen – da steckt so viel Kraft drin. Wenn ich den Cappuccino am Vormittag nicht mehr als banales Kaffeetrinken sehe, sondern als einen Moment der Erholung, dann fühlt sich das ganz anders an. Dann nehme ich mir da Zeit für mich, tanke Energie.

Ich merke an ganz vielen Stellen, wie sich innerlich bei mir etwas verändert hat. Und wieviel gelassener und freudiger ich dadurch geworden bin.

Und wie hängen diese inneren Prozesse mit deinen neuen Gewohnheiten zusammen?

Auf mehrere Weisen. Ein ganz entscheidender Teil ist, dass ich erst lernen musste, mir manche Sachen zu erlauben, bevor sie zu einer Gewohnheit werden konnten. Da ging es um meine inneren Antreiber. Mit denen habe ich mich im Kurs sehr intensiv auseinandergesetzt und endlich einen Umgang mit ihnen gefunden.

  • Zum Beispiel war mir schon vorher bewusst, dass mein Perfektionismus mir Stress verursacht und hab deswegen versucht, Aufgaben extra nicht perfekt zu machen.
  • Aber das Problem war, dass das nicht funktioniert hat, weil ich dann super unzufrieden mit mir war.

Oder ein anderes Beispiel: wenn ich mal eine Erholungspause eingelegt hab, dann konnte ich mich da nicht wirklich erholen, weil mir die ganzen anstehenden To Dos ein schlechtes Gewissen machten. Erst durch „Die Stresspiloten“ habe ich es hinbekommen, beiden Situationen mit einem guten Gefühl zu erleben.

Du hast also nicht nur dein Verhalten verändert, sondern auch deine Denkmuster.

Ganz genau. Ich habe sozusagen an anderen Denkgewohnheiten gearbeitet. Bei Gewohnheiten denken wir vor allem an Verhaltensweisen, die wir automatisch tun. Aber auch viele unsere Gedanken laufen automatisch ab. Das ist nur noch schwieriger mitzukriegen. Meine Work-Life-Balance war in Schieflage, weil ich meinem Job die allerhöchste Priorität gegeben habe. Und warum hab ich das getan? Weil ich dachte, dass mein Job unglaublich wichtig ist, dass all die Aufgaben erledigt werden müssen, dass ich das unbedingt machen muss, dass ich für Freizeit keine Zeit habe und dass ich nur so gut genug bin als Mensch. Diese Gedanken waren permanent da und wurden von meinen Antreibern befeuert. Das hab ich als ganz normal wahrgenommen.

Wenn sich heute meine Antreiber melden, denke ich: „Halt! Ich bin die Chefin und nicht die Antreiber. Ich hab das in der Hand und lass mich da nicht mehr reinreiten.“ Damit sitze ich am Steuer, sowohl im Kopf als auch in dem, wie ich handle.

Wenn man das so alles hört, kann es einem nach ganz schön viel Arbeit und Zeit erscheinen, die man in gute Gewohnheiten stecken muss.

Das hab ich auch erst gedacht. Aber ich habe gemerkt, dass schon kleine Gewohnheiten reichen, um etwas Positives hervorzubringen. Das muss überhaupt nicht viel Zeit kosten, um wirksam zu sein. Ein paar Minuten hier, ein paar Minuten dort sind bereits wahnsinnig hilfreich.

Ich bin ein großer Fan des Prinzips der Minimalkonstanz. Jeden Tag ein bisschen was zu tun, summiert sich zu einem ganz schönen Haufen von getanen Dingen. Wenn du täglich 15 Minuten Spazieren gehst, bist du in einer Woche schon fast zwei Stunden Spazieren gegangen und nach einem Jahr sogar mehr als neunzig.

Die kleinen Veränderungen können Riesen-Effekte haben. Als ich meine Aufräum-Routine noch nicht hatte, war es für mich immer ein wahnsinniger Stressfaktor, wenn Überraschungsbesuch vorbeigeschneit kam, weil mir meine Unordnung unangenehm war. Heute ist es bei mir aber immer ziemlich gut aufgeräumt und ich kann mich richtig freuen über Überraschungsgäste.

Auch schon die kleinsten Gewohnheiten können deinen Stress reduzieren und dein Leben runder laufen lassen.

Durch deine Routine bist du einen Stressfaktor komplett losgeworden?

Ja genau!

Manche Probleme kommen mir überhaupt nicht mehr unter, weil ich die Sachen automatisch erledige. Das kostet mich weniger Energie und Zeit, weil ich nicht mehr drüber nachdenken muss. Das ist auch etwas, dass ich bei Die Stresspiloten gelernt habe. Wieviel Energie uns gefühlte Kleinigkeiten wie banale Entscheidungen zu treffen in der Summe kostet! Allein schon, wenn ich mir jeden Abend neu überlege, ob ich die Küche aufräume oder nicht – und vielleicht sogar mit mir hin und her ringe – ist das unnötige Energie- und Zeitverschwendung. Jetzt mache ich es einfach und bin mit der Küche fertig, wo ich mich früher gerade erst dazu aufgerafft hätte.

Ganz am Anfang hast du erwähnt, dass du schon einiges ausprobiert hattest, um deine Work-Life-Balance in den Griff zu kriegen, aber dass es nicht richtig geklappt hat. Was war diesmal anders?

Zwei Aspekte haben mir geholfen. Erstens: ich wusste durch den Kurs ganz genau, an welchen Hebeln ich ansetzen muss. In meinen Versuchen davor, hatte ich vor allem versucht, meine Effizienz zu steigern. Dass ich mich um meine Gewohnheiten und Denkmuster kümmern muss, habe ich erst im Kurs kapiert.

Und zweitens hab ich mit den Stresspiloten eine Strategie an die Hand bekommen. Die hatte ich davor einfach nicht. Ich erinnere mich noch so gut an die Situationen mit meinem Freund, der oft zu mir sagte „du musst mal ruhiger machen“, „du musst mal was mit Freunden machen“ oder „du musst mal für dich sein“. Damit hatte er ja vollkommen recht, aber ich wusste nicht, wie ich das umsetzen sollte.

Aber mit dem Kurs bin ich da genau hingekommen, weil wir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung bekommen haben. Es gab eine klare Struktur, an die ich mich halten konnte. Aufgaben, die jede Woche gestellt wurden. Und konkrete Tipps, wie ich etwas umsetzen konnte. Ich konnte mir sicher sein, dass ich genau das Richtige mache. Und die ganze Unterstützung, die wir von dir, Ulrike, bekommen haben, war genial. Ich hatte das Gefühl, dass wir da zusammen dran waren. Wie ein Team.

Das freut mich so zu hören, Kathi! Was würdest du sagen: Mit all dem Wissen und der Erfahrung, die du jetzt hast, welchen Tipp würdest du jemanden geben, der am gleichen Punkt ist wie du vor ein paar Monaten. Sich eine bessere Work-Life-Balance wünscht, es aber nicht hinbekommt?

Als erstes denke ich, muss man seine Motivation klären und sich wirklich bewusst machen, was einem wichtig ist. Ist die Arbeit das wichtigste oder gibt es noch was anderes? Wo will ich hin? Wie will ich leben? Welchen Wert haben Arbeit, Freizeit, Familie, Freunde, etc. für mich? Bewusstheit für sich selbst und seine Bedürfnisse und Ziele zu entwickeln, sehe ich als entscheidend an. Es gibt nicht die eine optimale Work-Life-Balance. Aber um die eigene zu finden, muss man sich selber kennen.

Und der zweite Tipp: kleine Veränderungen bringen schon große Effekte! Ich weiß, ich wiederhole mich hier. Aber das ist einfach die wichtigste Erkenntnis! Du musst nicht dein ganzes Leben umkrempeln. Fange mit einer 5-Minuten-Gewohnheit an, die dir gut tut. Und dann probiere noch eine aus und später noch eine. Damit verschiebst du schon die Gewichte in deiner Work-Life-Balance. Und klar, mein dritter Tipp wäre: Mach den Kurs bei Ulrike. Ich habe in den wenigen Wochen so viel mehr erreicht als bei meinen eigenen Versuchen.

Du willst wie Kathi deine Work-Life-Balance in den Griff kriegen? Trag dich unverbindlich in die Warteliste für „Die Stresspiloten“ ein und ich geb dir rechtzeitig Bescheid, wenn wir das nächste Mal starten!

Ab auf die Warteliste!

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Ulrike