Wenn du dein Leben selbstbestimmt führen und dich wirklich wohl in deiner Haut fühlen willst, musst du dir selbst vertrauen – egal, ob es um deine Fähigkeiten, deine Entscheidungen oder deine Persönlichkeit geht. Doch genau das fällt vielen Menschen schwer. In diesem Artikel lernst du, wie du dein Selbstvertrauen stärken kannst und langfristig zuversichtlicher wirst.

Selbstvertrauen staerken

Warum brauchst du Selbstvertrauen?

Stell dir vor, es ist Hochsommer. Der Asphalt der Straße glüht bei über 30 Grad. Alle Welt ist im Freibad oder fährt zum Badesee am Rand der Stadt, mit einem Eis in der Hand und Kindergeschrei im Hintergrund.

Es wäre so einfach, dabei zu sein und der Hitze zu entfliehen. Du könntest unbeschwert im Gras unter dem großen Baum liegen, dich im Wasser abkühlen und ausgelassen mit deinen Kindern spielen.

Aber aus irgendeinem Grund bist du noch zuhause. Stehst vor dem Spiegel und zweifelst an dir.

  • Der Gedanke, dich vor so vielen Menschen im Badeanzug zu zeigen, macht dir Angst.
  • Du sorgst dich, was andere von dir halten, wenn sie die Speckröllchen an deinem Bauch oder die Cellulite an deinen Oberschenkeln sehen. Wie du dich fühlen wirst, wenn du ihren Blicken und möglichen Urteilen ausgesetzt bist.  
  • Die Selbstzweifel übermannen dich und zwingen dich dazu, zuhause zu bleiben. Und dich zu fragen, was du wohl verpasst.

Neben einem schönen Tag in der Sonne mit Badespaß und Eis am Stiel nimmt dir dein fehlendes Selbstvertrauen vor allem eines: Deine Lebensfreude.

Weil du dich Situationen wie diesen nicht stellst und dadurch Chancen verpasst. Weil du ständig darüber nachdenkst, ob du gut genug bist, ob du das, was du dir vornimmst, hinkriegst und was andere dabei über dich denken könnten.

Was wäre passiert, wenn du einfach deine Tasche gepackt hättest und losgefahren wärst? Wenn du am See einfach nur den Moment genießen könntest, weil du wüsstest, dass du gut bist, wie du bist?

Seien wir ehrlich: Das Freibad ist nur ein Beispiel von vielen, in denen dir ein mangelndes Selbstvertrauen im Weg steht…  

In welchen Momenten kann dir dein Selbstvertrauen helfen?

Überlege dir, wie es sich anfühlen würde, wenn du:

  • keine Angst mehr vor Veränderung hast
  • für deine Meinung und deine Werte einstehst
  • den Konflikt ansprichst, der dir in deiner Partnerschaft seit Ewigkeiten Kopfzerbrechen bereitet
  • Herausforderungen und Problemen mutig entgegen blickst
  • auch bei langwierigen Aufgaben und Rückschlägen am Ball bleibst
  • einfach alle Gelegenheiten beim Schopf ergreifst, statt lange zu überlegen und schlussendlich zu verzagen
  • dich nicht mehr ständig mit anderen vergleichst
Für all diese Dinge brauchst du eine ordentliche Portion Selbstvertrauen.

Aber damit nicht genug: Forscher:innen beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit den positiven Auswirkungen eines gesunden Selbstvertrauens. In Studien und Metaanalysen haben sie zum Beispiel nachgewiesen:

  • Ein höheres Selbstvertrauen geht mit einer höheren Lebenszufriedenheit einher [1].
  • Selbstvertrauen wirkt als eine Art „Angstpuffer“, weswegen Menschen, die sich selbst vertrauen, weniger Angst- und Abwehrreaktionen. [2].
  • Zwischen einem gesunden Selbstvertrauen und sozialen Beziehungen entsteht eine positive Feedbackschleife, in der sich beides wechselseitig positiv beeinflusst. Gute Beziehungen stärken also dein Selbstvertrauen, welches wiederum deine Beziehungen verbessert und umgekehrt [3]
Die gute Nachricht:

Dein Selbstvertrauen lässt sich ziemlich einfach und ein Leben lang stärken. Das zeigt auch eine Metaanalyse, die 119 Studien zur Wirksamkeit selbstvertrauenssteigernder Interventionen ausgewertet hat [4]. Ihre Ergebnisse sind eindeutig: Du kannst genau jetzt anfangen, an deinem Vertrauen in dich zu arbeiten.

Diese Fehler machen Viele beim Versuch, ihr Selbstvertrauen zu stärken

Du weißt nun, dass Vertrauen in dich selbst eine echte Superkraft ist und es sich lohnt, es zu fördern (dazu, wie du das genau machst, kommen wir später noch).

Bitte vermeide dabei aber unbedingt diese Fehler, die viele machen, wenn sie ihr Selbstvertrauen stärken wollen:

Verzweifle nicht an dem Versuch, einen möglichst hohen Selbstwert anzustreben

Es geht nicht darum, immer mehr zu wollen. Das Prinzip „höher, besser, weiter“ gilt in diesem Fall nicht.

Aus den Forschungsergebnissen der Positiven Psychologie wissen wir mittlerweile, dass ein stabiles Selbstvertrauen viel wichtiger ist als ein hohes [5]. Das heißt, über verschiedene Lebensbereiche hinweg genau zu wissen, was du kannst und was nicht.

Du hast also nicht unbedingt was davon, in Bezug auf deine Karriere super selbstbewusst zu sein und dich für die Nummer 1 zu halten, solange du dir gleichzeitig Sorgen machst, eine schlechte Mutter zu sein und im Privatleben überhaupt nichts hinzukriegen.

Ausschlaggebend ist vielmehr ein grundlegendes Vertrauen in dich und deine Stärken, auf das du dich in ganz unterschiedlichen Bereichen und Situationen verlassen kannst.

Wir Psycholog:innen nennen dieses Vertrauen in die eigene Kraft übrigens Selbstwirksamkeit. In diesem Artikel liest du, was es damit auf sich hat und wie du deine Selbstwirksamkeit (und damit verbunden dein Selbstvertrauen) stärkst.

Eine Teilnehmerin meines Programms „The Happiness Academy“ hat es auf den Punkt gebracht. Sie sagte: „Jetzt habe ich verstanden, dass ich nicht außergewöhnlich zu sein brauche, sondern einfach nur menschlich.“

Schiebe keine Dinge auf für „dann, wenn ich Selbstvertrauen habe“.

Dieser Moment wird nicht kommen, denn dein Selbstvertrauen wächst, je mehr du anders machst. Je mehr du dich traust und je häufiger du deine Komfortzone verlässt.

  • Du kannst dich jetzt schon im Chor anmelden, auch wenn du noch nicht perfekt singen kannst.
  • Nein, du brauchst nicht zu warten, bis du dünn bist und viel Selbstvertrauen hast, um ins Schwimmbad zu gehen.
  • Du musst nichts erreicht haben, bevor du dich einer Situation stellst.

Wenn du alles aufschiebst und Situationen, die dir Angst machen, grundsätzlich vermeidest, wirst du nie dein Selbstvertrauen stärken. Weil du dir die Chance nimmst, es durch Ausprobieren, durch Erfolgserlebnisse und positive Erfahrungen wachsen zu lassen.

Sage dir nicht irgendwelche Affirmation vor, an die du innerlich gar nicht glaubst.

Im Internet gibt es unendlich viele positive Sätze, die dir angeblich helfen sollen. Die Idee an sich ist schön – ich bin selbst ein großer Fan von positiven Affirmationen und habe sogar schon einen Blogartikel darüber geschrieben.

Aber: Es bringt gar nichts, wenn du nicht an das glaubst, es nicht spürst, was du dir da eintrichtern willst.

Sagst du dir innerlich vor, was für ein wertvoller Mensch oder wie stark und mutig du bist, aber glaubst nicht daran, wird in dir immer ein Abwehrmechanismus anspringen. Im schlimmsten Fall verstärkt es deine Selbstzweifel, weil die Messlatte zu hoch liegt und dein innerer Kritiker auf Hochtouren aufläuft („Alle kriegen das mit solchen Sätzen hin. Du bist wirklich ein Schwachmat, dass es bei dir nicht klappt!“).

Eifere nicht fremden Idealen nach.

Wenn wir etwas Bestimmtes erreichen wollen, nehmen wir uns oft andere Menschen zum Vorbild. Beim Versuch, dein Selbstvertrauen zu stärken, bringt es dir allerdings gar nichts, Influencerin XY oder deiner selbstbewussten Arbeitskollegin nachzueifern.

Ein Beispiel: Viele Menschen glauben, sie könnten nur dann ihr Selbstvertrauen stärken, wenn sie lauter und extrovertierter werden. Das stimmt nicht – du kannst dich genauso gut und sicher mit dir selbst fühlen, wenn du introvertiert bist. Nur weil Kollegin Barbara in den Arbeitsmeetings immer so durchsetzungsstark ist und auch mal auf den Tisch haut, musst du das nicht auch tun. 

Es geht darum, dich selbst kennenzulernen und auf dich selbst zu hören. Und nicht um den Versuch, irgendwelchen Idealvorstellungen in deinem Kopf zu entsprechen. Beschäftige dich nicht damit, wie andere ihr Selbstvertrauen zum Ausdruck bringen, sondern damit, wer du bist und was dich ausmacht.

So kannst du immer mehr die Person werden, die du bist. (Übrigens das wichtigste Prinzip der Happiness Academy, wo es nicht darum geht, die beste Version deiner Selbst zu werden, sondern die echteste.)

So kannst du dein Selbstvertrauen stärken

Bevor ich dir die 6 Elemente zeige, mit denen du dein Selbstvertrauen stärken kannst, lass mich dir zunächst einen ganz zentralen Punkt mit auf den Weg geben:

Um dir selbst zu vertrauen, ist es absolut zentral und notwendig, dass du dich selbst gut kennst. Mit all deinen Stärken und Schwächen, Ecken und Kanten, deinen Werten und Überzeugungen.

Denn: Wenn du dir bewusst darüber bist, welche Ressourcen in dir schlummern , was für ein Mensch du bist und was dir wichtig im Leben ist, hast du etwas, worauf du dich verlassen kannst. Und es fällt dir umso leichter, zu dir und deiner Persönlichkeit zu stehen, was ebenso wichtig ist, wenn du dein Selbstvertrauen nachhaltig stärken willst.

In diesem Wissen geht es jetzt ans Eingemachte…

Element 1: Schreibe dir deine Erfolge zu

Was hast du im letzten Jahr alles geschafft? Schnapp dir ein Blatt, mach deine Lieblingsmusik an und sammle deine Antworten.

  • Welche Ziele hast du erreicht und welche Hürden überwunden?
  • In welchen Momenten hast du Mut bewiesen und dich vielleicht sogar selbst überrascht?
  • Was waren echte Erfolgserlebnisse?

Vielleicht das schwierige Gespräch über das ständige Zuspätkommen einer Freundin (oder irgendein anderes Verhalten, das dich schon lange stört). Der Moment, in dem du aufgestanden und dich gegen Ungerechtigkeit am Arbeitsplatz eingesetzt hast. Oder der souveräne Umgang mit einem finanziellen Engpass.

Frag dich dann, was du dazu beigetragen hast und ergänze das bei den einzelnen Ereignissen. Finde zu jedem Punkt mindestens einen Aspekt, der etwas mit dir zu tun hat. Es ist schön, wenn die Kolleg:innen nett waren und geholfen haben oder eine Aufgabe leichter war als gedacht, aber wir gehen auf die Suche nach DEINEN Beiträgen!

  • Was hast du dafür getan?
  • Welche deiner Stärken hast du genutzt?
  • Angenommen, du hättest dafür bestimmte Ängste überwunden, welche waren das?

Vielleicht hast du deine Angst vor Konflikten überwunden oder deinen Mach-es-allen-recht-Antreiber besiegt, um deine Freundin mit ihrem Verhalten zu konfrontieren. Deinen Gerechtigkeitssinn genutzt, um problematische Entscheidungen der Führungsetage deines Unternehmens aufzudecken. Oder mit Hilfe deines Planungs- und Organisationstalents einen Finanzplan aufgestellt, mit dem du dich und deine Familie durch schwierige Zeiten navigiert hast. 

Mach dir klar: Es war kein Zufall und auch kein reines Glück. Das warst du.

Du hast mit deinen Fähigkeiten, deinem Mut, deinem Durchhaltevermögen, Cleverness oder Kommunikationsfähigkeit genau das umgesetzt, was du dir in den Kopf gesetzt hast. Das kann an deiner Hartnäckigkeit gelegen haben, deiner Empathie, deiner Ehrlichkeit oder an deiner Kompromissbereitschaft. Schreibe alles auf, was dir in den Sinn kommt.

Markiere die Punkte farbig, auf die du besonders stolz bist. Unterstreich sie doppelt, kringel sie ein und kipp am Ende noch ein bisschen Glitzer drauf.

Alles ist erlaubt. Schau dir deine Erfolge an und sage dir ganz ehrlich, mit tiefer Überzeugung: „Das habe ich verdammt gut gemacht“.

Je mehr du deine positiven Erfahrungen, deine Erfolge und erreichten Ziele mit dir und deinem Handeln in Verbindung bringst, desto zuversichtlicher und selbstbewusster wirst du dich zukünftigen Situationen stellen. Und desto mehr wird dein Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten wachsen.

Das hilft dir bei der Umsetzung

Du weißt gar nicht so recht, was alles Stärken sind? Weil du als Stärke bisher nur Skills und Kompetenzen wie „gut kochen können“ oder „Ahnung von Computer haben“ siehst? Stärken sind mehr! In der Positiven Psychologie und der Happiness Academy arbeiten wir mit Charakterstärken. Die siehst du vielleicht gar nicht als Stärke, weil sie so normal für dich sind. Das gilt besonders für Personen mit einem niedrigen Selbstvertrauen.

  • Sabine verfügt über die Stärke Gerechtigkeit und nimmt gar nicht wahr, dass sie sich immer für andere Menschen einsetzt. Weil es für sie so normal und selbstverständlich ist, dass man das macht, wenn etwas ungerecht erscheint.
  • Markus ist sehr neugierig und liebt es, sich neues Wissen anzueignen, wodurch er eine Menge Dinge gelernt und Erfahrungen gesammelt hat, die anderen verwehrt bleiben. Für ihn ist das keine große Sache, obwohl es sich dabei um eine seiner größten Stärken handelt.

Falls du dich intensiver mit deinen Stärken auseinandersetzen willst, schau in diesem Artikel vorbei. Dort zeige ich dir 5 Methoden, mit denen du deinen Stärken auf die Schliche kommst.

Element 2: Sorge für gute Gefühle

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Selbstvertrauen und positiven Emotionen. Wusstest du beispielsweise, dass Menschen mutigere Entscheidungen treffen, wenn sie gut gelaunt sind und Freude verspüren? [6]

Wieso ist das so?

Gute Gefühle verändern die Art und Weise, wie dein Gehirn arbeitet. [7] Sie erweitern die Aufmerksamkeit.

  • Wer interessiert ist, will mehr erkunden,
  • Jemand, der Freude spürt, sieht alles spielerischer,
  • Liebe führt dazu, etwas weitergeben zu wollen,
  • wer Hoffnung spürt, merkt den Drang, voranzugehen, weiterzumachen und sieht Chancen statt Widrigkeiten.
Spürst du positive Gefühle dreht sich eben nicht mehr alles um das Scheitern oder um die Selbstzweifel.

Das Gegenteil ist bei negativen Gefühlen der Fall: Das Gehirn stellt den Aufmerksamkeitsfokus bei bedrohlichen Situationen eher eng. Der Fokus liegt auf der Angst (also der Bedrohung) und allem, was mit ihr zu tun hat. Dir fallen wahrscheinlich einige Momente ein, in denen du genau das erlebt hast.

  • Wenn du zum Beispiel vor einem Meeting Sorge hast, dass du deine Meinung nicht gut vertreten kannst, dann ist dein Gehirn im Angst-Modus. Es fokussiert nur noch die bedrohliche Situation.
  • Du merkst, wie schnell dein Herz pocht. Du denkst an die Menschen um dich herum und was diese wohl über dich denken könnten. Es gibt nur noch einen einzigen Gedanken in deinem Kopf, nämlich: „Oh Gott, wie peinlich. Wie soll ich jemals wieder hier herauskommen?“
  • In diesem Moment fällt dir garantiert nicht die letzte Diskussion mit deinem Kollegen ein, in der du super Argumente gebracht und dich behauptet hast.
  • Und du siehst auch nicht das freundliche Gesicht, das dich unterstützend anlächelt.
  • Du hast keinen Zugriff auf deine Ressourcen, da dein Gehirn voll und ganz mit der Angst beschäftigt ist.

Deswegen sind gute Gefühle so wichtig. Denn sie helfen dir …

  • auf andere Menschen zuzugehen (wenn du guter Dinge bist, fällt es dir viel leichter, offen zu sein, Kontakte zu knüpfen, nach Hilfe zu fragen)
  • kreativer und entspannter mit Problemen umzugehen (mit breitem Fokus kannst du mehr Reize wahrnehmen und verarbeiten, dir fallen also deutlich mehr Lösungsmöglichkeiten ein)
  • unausgesprochene Konflikte anzugehen (deine Gedanken fokussieren sich nicht nur auf mögliche unangenehme Entwicklungen eines klärenden Gesprächs, sondern lassen Raum für Chancen und Vorteile, die dadurch entstehen können)

Insgesamt werden durch positive Gefühle mehr Hirnareale aktiv, du traust dich mehr und baust Ressourcen auf, weil du Dinge ausprobierst. Damit gewinnst du Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten.

Wie kommst du nun zu einer positiven Grundstimmung?

Eigentlich ist das ganz einfach. Es geht im stressigen Alltag nur oft unter. Versuch dich glücklich zu machen.

Das muss gar nichts mit dem Thema zu tun haben, das dir gerade Kopfzerbrechen bereitet: Plan dir Verabredungen mit dir selbst ein. Schau deinen Lieblingsfilm, nimm ein Bad, bestell dir dein Lieblingsessen. Hol ganz viele schöne Erlebnisse in dein Leben!

Falls dir das schwer fällt, kannst du dafür feste Zeiten in deinen Wochenplan eintragen. So wie feste Aufgaben und lästige Pflichten in deinem Kalender stehen, dürfen dort auch Dinge, die dir Spaß machen, Platz finden. Oder solche Treffen, bei denen du im Nachgang Dankbarkeit spürst (weil du die gute Freundin getroffen hast, mit der du über alles reden kannst).

Das hilft dir bei dir Umsetzung

Um dein Selbstvertrauen zu stärken brauchst du keine bestimmten positiven Gefühle hervorrufen. Ziel ist es eher, eine gute Grundstimmung zu erzeugen. Welche 10 Gefühle besonderes hilfreich sind, liest du hier.

Element 3: Verändere deine Einstellung zu Fehlern

Probleme und Herausforderungen gehören zum Leben und Menschsein dazu. Dasselbe gilt für unangenehme Rückschläge, wenn wir versuchen, bestimmte Ziele zu erreichen.

Wer sein Selbstvertrauen stärken will, sollte daher lernen, mit unvermeidbaren Fehlern und Misserfolgen umzugehen.

  • Nicht sofort die Flinte ins Korn zu werfen, sobald etwas schief geht.
  • Dranzubleiben, auch wenn es mal brenzlig wird.
  • Loszulassen von perfektionistischen Ideen.

Unsicherheiten und Misserfolge gehören zum Leben dazu. Fehler sind menschlich. Merk dir das und brenne dir diese Erkenntnis fest in deinen Kopf ein.

Es ist okay, zu zweifeln und auch okay, zu scheitern. Danach kannst du aufstehen und weiter machen. Die Welt wird nicht untergehen.

Der Fehler oder der Misserfolg an sich ist nicht das Problem, sondern die Überzeugung im Kopf, dass es keine Fehler geben darf!

Dadurch liegt die Messlatte viel zu hoch und Frustration ist vorprogrammiert.

Es ist ganz normal, dass wir scheitern, wenn wir Neues ausprobieren. Der Spruch „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“ mag vielleicht abgedroschen klingen. Aber hast du schon mal ein Kind gesehen, das mit dem Laufen beginnt und nicht ein einziges Mal hingefallen ist?

Kinder haben noch ein gesundes, natürliches Selbstvertrauen. Sie stehen immer wieder auf, denn sie haben noch keine negative Einstellung zu Fehlern.

Es gibt noch keine das Selbstvertrauen zerstörende, scheinbar logische Kette im Kopf „Hinfallen = ich bin blöd = ich werde nie laufen lernen“.

Fehler liegen in unserer Natur.

Mache einen Ausflug ins Grüne. Such dir auf deinem Weg schöne Gegenstände und betrachte sie genau. Das kann ein geschwungenes Blatt sein oder ein glatter Stein, der gut in der Hand liegt. Vielleicht auch eine Knospe oder ein Stück Rinde. Alles, was dir ins Auge fällt und dir ein gutes Gefühl gibt.

Sind diese Dinge ohne Fehler und Makel?

Wahrscheinlich wirst du keine Kastanie finden, die perfekt rund und keine Blüte, die perfekt symmetrisch ist. Aber das müssen sie auch gar nicht sein, denn das ist gar nicht ihr Anspruch. Also wieso sollte es deiner sein?

Schnapp dir eine dieser unperfekten Naturschönheiten. Nutze sie als Symbol und Anker, das dich immer wieder daran erinnert, dass ein Fehler, ein Misserfolg oder ein Rückschlag überhaupt keine Aussage über deine Fähigkeiten oder deinen Wert als Mensch macht.

Das hilft dir bei der Umsetzung

Versuche, die Idee, dass wir uns permanent weiterentwickeln und ständig dazulernen, wirklich in dein Mindset zu integrieren! Entwickle ein Wachstumsmindset (im engl. Growth Mindset).

Das beinhaltet die Überzeugung, dass Fehler nur eine Lernerfahrung darstellen und auf unserem Weg durchs Leben ganz normal sind. Scheitern ist eine reine Lerninformation. Ein Hinweis, dass dein gewählter Weg nicht gut funktioniert, deine genutzte Methode nicht zu dir passt oder du noch mehr Übung brauchst. Woran du erkennst, ob du bereits ein Growth Mindset hast oder nicht und wie du es entwickelst, liest du hier. Und wenn du insgesamt eine positivere Einstellung im Leben haben möchtest, lass dich auf die Warteliste der Happiness Academy setzen. Dort sorgen wir dafür, dass du in deine Kraft kommst und ein gelungenes Leben gestaltest.)

Element 4: Mach konkrete Pläne

Um dein Selbstvertrauen stärken zu können, führt kein Weg an Erfahrungen vorbei: Mache aktiv Pläne, setz dir Ziele.

  • Geh zu dem Date.
  • Nimm Gesangsunterricht.
  • Sag deiner Schwiegermutter, dass du nicht jedes Wochenende zu Besuch kommen möchtest.

Das klingt vielleicht gruselig, aber es ist so wichtig, dass du ins Tun kommst.

Mach etwas anders als bisher. Denn dein bisheriges Verhalten hat dir im Ergebnis das Selbstvertrauen beschert, das du jetzt gerade hast.

Suche dir kleine Herausforderungen. Etwas, das dich leicht ins Schwitzen bringt und ein nervöses Flattern im Magen hervorruft. Frag dich:

  • „Was schiebe ich vor mir her und mach es nicht, weil ich mir zu viele Gedanken darüber mache, was andere von mir/davon halten?“
  • „Hm, was würde ich gern tun, traue es mich aber bisher noch nicht?“
  • „Was ist eine Sache, von der ich weiß, dass es mich stolz macht, wenn ich sie tue/ lasse?“

Das hilft dir bei der Umsetzung

Natürlich kann es unangenehme Gefühle hervorrufen, wenn du dich Herausforderungen stellst. Wichtig ist, nicht in Panik zu geraten.

Dazu kann es helfen, katastrophisierende Gedanken zu identifizieren und diese nicht mit der Wirklichkeit zu verwechseln. Ängste und Zweifel tauchen immer mal wieder in deinem Kopf auf, existieren aber erst mal nur dort. Sie sind keine Realität, solange du sie nicht dazu machst.

In diesem Artikel zeige ich dir, woher dein Tunnelblick kommt, der die Katastrophen-Szenarien in deinem Kopf produziert und wie es dir gelingt, auch in herausfordernden Situationen den Weitblick zu behalten.

Element 5: Beziehe Menschen ein, die dir Mut machen

Niemand von uns ist eine Insel. Zuspruch von außen ist wichtig und kann verdammt gut tun. Aber: Entscheidend ist, mit wem du was teilst und von wem du dir eine Meinung einholst.

Wenn in dir gerade die Idee reift, deinen aktuellen Job hinzuschmeißen und dich selbstständig zu machen, kann es einen riesigen Unterschied machen, wie die Person, die du um Rat bittest, gestrickt ist und welche Perspektive sie dir entsprechend mitgibt:

  • Deine Eltern sind womöglich sehr sicherheitsorientiert und würden dir eher von der Entscheidung abraten. Sie sind gute Ratgeber, wenn du eine kritische Meinung brauchst und sichergehen willst, dass du in deinem Enthusiasmus nicht eine wichtige Hürde übersehen hast.
  • Deine Freundin Maria ist dagegen ein total optimistischer und begeisterungsfähiger Mensch. Sie wird Luftsprünge machen und dir jede Menge Zuspruch entgegenschießen, wenn du ihr von deiner Business-Idee erzählst. Wenn es das ist, was du gerade brauchst, ist sie die perfekte Ansprechpartnerin.
Um dein Selbstvertrauen zu stärken, ist wichtig zu wissen, zu wem du gehen kannst, wenn du Selbstzweifel hast.

Dass du mit Menschen sprichst, bei denen du weißt, dass sie dich gut kennen und aufbauen. Denen du sagen kannst: „Hey, ich zweifle gerade etwas an mir. Kannst du mich mal daran erinnern, was ich eigentlich alles kann?“, „Wieso bist du zuversichtlich, dass ich es hinkriege?“ oder auch nur „Ich brauch grad mal nen Anfeuerungssatz!“

Leg dir eine Liste von Menschen an, die für dich genau diese Kriterien erfüllen. Ihre Unterstützung kann ganz unterschiedlich ausfallen – je nach Situation wird dir die eine Person mehr helfen können als die andere:

  • Die beste Freundin nimmt dich in den Arm und tröstet dich.
  • Dein Partner motiviert dich gibt dir auch mal einen Tritt in den Hintern, wenn du ihn brauchst.
  • Die Arbeitskollegin, die immer praktische Tipps auf Lager hat und dich mit dem nötigen Wissen versorgt.

Wenn du deine Liste erstellt hast, markiere die Namen der Personen in unterschiedlichen Farben, je nachdem, welche Funktion sie in Bezug auf dein Selbstvertrauen erfüllen.

  • Willst du ins Tun kommen und dich vor deinem Chef endlich gegen die ständigen Überstunden aussprechen, ist vermutlich dein Partner am hilfreichsten, der dir sagt: „Komm schon, du weißt genau, dass das Gespräch sein muss. Geh da morgen ins Büro rein und sag deinem Chef, dass du von jetzt an pünktlich Feierabend machst. Du schaffst das!“
  • Vielleicht ist aber auch deine Kollegin eine gute Ansprechpartnerin, die schon öfter mit dem Chef verhandelt hat und dir das konkrete Argument liefert, dass du vor lauter Überstunden aktuell viel zu wenig schläfst und sich das sicher auch negativ auf deine Leistung im Büro auswirkt. 

Das hilft dir bei der Umsetzung

Falls du gerade so gar keine Ahnung hast, wie du anfangen sollst, nutze dein Handy als Hilfsmittel.

Scrolle durch deine Chatverläufe und gehe gedanklich die zugehörigen Menschen und eure gemeinsamen Gespräche durch. Vielleicht taucht noch eine Person auf, an die du zuerst gar nicht gedacht hast?

Oder sieh dir Fotos von schönen Momenten an. Wer war mit dabei und hat zu diesem tollen Gefühl beigetragen? Vielleicht schnappst du dir auch deinen Terminkalender und blätterst darin, um deinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Wen siehst du regelmäßig? Wen triffst du auch in schwierigen und stressigen Zeiten?

Links und Lesetipps zum Blogartikel: „Selbstvertrauen stärken: Mit diesen 5 Schritten gelingt es dir“

📚 Lesetipps zum tiefer Einsteigen:

  1. So machst du Schluss mit Selbstzweifeln und Selbstablehnung
  2. Ich krieg das hin! Wie Selbstwirksamkeit dir hilft, dein Vertrauen in dich selbst zu stärken
  3. Erfolge feiern: So pusht du dein Selbstvertrauen und bist endlich stolz auf dich

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Quellen

[1] Selbstvertrauen und Lebenszufriedenheit: Kurnaz, M.F., Teke, E. & Günaydin, H.A. (2020). Relationship between Self-esteem and Life Satisfaction: A Meta-Analysis Study. Research on Education and Psychology4(2), 236-253.

[2] Selbstvertrauen als Angstpuffer: Pyszczynski, T., Greenberg, J., Solomon, S., Arndt, J. & Schimel, J. (2004). Why do people need self-esteem? A theoretical and empirical review. Psychological bulletin130(3), 435.

[3] Selbstvertrauen und soziale Beziehungen: Harris, M. A. & Orth, U. (2020). The link between self-esteem and social relationships: A meta-analysis of longitudinal studies. Journal of personality and social psychology119(6), 1459.

[4] Wirksamkeit von Selbstvertrauens-Trainings: Niveau, N., New, B. & Beaudoin, M. (2021). Self-esteem interventions in adults–a systematic review and meta-analysis. Journal of Research in Personality94, 104131.

[5] Warum ein stabiler Selbstwert so wichtig ist: Kernis, M. H. (2005). Measuring self‐esteem in context: The importance of stability of self‐esteem in psychological functioning. Journal of personality73(6), 1569-1605.

[6] Gute Laune macht dich mutig: Mailliez, M., Bollon, T., Graton, A. & Hot, P. (2020). Can the induction of incidental positive emotions lead to different performances in sequential decision-making?. Cognition and Emotion34(7), 1509-1516.

[7] Positive Gefühle erweitern deine Aufmerksamkeit: Fredrickson, B. L. (2004). The broaden–and–build theory of positive emotions. Philosophical transactions of the royal society of London. Series B: Biological Sciences359(1449), 1367-1377.

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Ulrike