Was fällt dir ein, wenn du das Wort „Komfortzone“ hörst? Es klingt danach, eingekuschelt in eine Decke an einem regnerischen Sonntagnachmittag vor dem prasselnden Kaminfeuer zu sitzen und eine Tasse heiße Schokolade zu schlürfen, oder? Gemütlich und sicher. Obwohl ich die Komfortzone für einen wichtigen und wertvollen Bestandteil deines Lebens halte, lohnt es sich, öfter mal den Sprung ins kalte Wasser zu wagen und über deine selbsterlegten Grenzen hinauszugehen. In diesem Artikel bekommst du 8 effektive Tipps, mit denen dir das Komfortzone verlassen garantiert gelingt.

Um die Tipps möglichst anschaulich für dich zu gestalten, werde ich sie am Beispiel meiner Coachingklientin Simone erklären. Simone singt für ihr Leben gern und wollte schon immer mal auf einer Bühne stehen. Da sie aber sehr schüchtern ist, beschränkte sich ihre Erfahrung bisher auf die tägliche Performance unter der Dusche. Letztes Jahr wurde sie durch Zufall auf ein Musicalprojekt in ihrer Stadt aufmerksam – inklusive Castingtermin.

Natürlich lag ein Musical-Casting weit außerhalb ihrer Komfortzone. Sie war schließlich nicht unbedingt von ihren Gesangskünsten überzeugt und hatte so etwas noch nie gemacht. Nachdem wir im Coaching daran gearbeitet haben, ist sie hingegangen. Ich sage nur so viel: Im Frühjahr stand sie zum ersten Mal in ihrem Leben im Rampenlicht – und es wird definitiv nicht das letzte Mal gewesen sein.

Was ist die Komfortzone – und warum ist es wichtig, sie auch mal zu verlassen

Deine Komfortzone beinhaltet alle Aspekte deines Lebens, an die du gewöhnt bist und in denen du dich sicher fühlst: Deine Gewohnheiten, Freunde, Hobbies, Denkmuster, Träume, Ziele usw.

Du bewegst dich in ihr, wenn du bei deinem Lieblingsitaliener wiederholt das gleiche Gericht bestellst. Wenn du dich in der Mittagspause zu denselben Kollegen setzt. Oder wenn du wiederkehrend die gleichen Gedanken über dich hast. Zum Beispiel, dass du eben einfach nicht selbstbewusst bist oder nicht Nein sagen kannst.

Bildlich gesprochen ist deine Komfortzone die bequeme Jogginghose, die du schon seit Jahren trägst. Ist gemütlich. Hat sich bewährt.

Das Problem: Wenn du deine Komfortzone nie verlässt, schränkst du dich selbst ein. Du probierst nichts Neues aus, lässt die ein oder andere Chance an dir vorbeiziehen und bleibst immer in deinem abgesteckten Wohlfühlbereich.

Um zur Jogginghose zurückzukehren: Du verzichtest darauf, auch andere wunderbare Kleidungsstücke für dich zu entdecken.

Von diesen 3 positiven Auswirkungen profitierst du, wenn du deine Komfortzone verlassen kannst

1. Du entwickelst dich weiter

Befindest du dich innerhalb deiner Komfortzone, gibt es keine unbekannten oder überraschenden Situationen für dich. Du kennst dich aus und weißt, was du zu erwarten hast. Alles geht so weiter wie bisher. Das kann in vielen Situationen gut und sinnvoll sein. Wenn du aber dein ganzes Leben so führst, trittst du auf der Stelle.

Außerhalb deiner Komfortzone hast du die Möglichkeit, neue Dinge auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Jedes Mal, wenn du dich bewusst dazu entscheidest, über deine selbsterlegten Grenzen hinauszugehen, entwickelst du dich weiter.

Natürlich werden nicht alle Erfahrungen immer super oder außergewöhnlich sein. Aber sie werden, selbst wenn sie unangenehm sind, einen Einfluss auf dein persönliches Wachstum haben. Du traust dich mehr, packst Dinge selbstbewusster an und lernst ständig dazu.

 

2. Du vergrößerst dein Emotionsspektrum

Ich gebe zu, es kann sich im ersten Moment echt furchtbar anfühlen, die Komfortzone zu verlassen. Du begibst dich auf unbekanntes Terrain, weißt nicht, was auf dich zukommt und hast Angst, dass etwas schiefgeht.

Dafür wirst du, wenn du dich einmal überwunden hast, belohnt.

Wenn du häufiger über dich hinauswächst und neue Dinge ausprobierst, vor denen du vielleicht sogar Angst hattest, erlebst du viel mehr positive Gefühle, die dir in deiner Komfortzone verwehrt geblieben wären.

Du bist stolz auf dich, weil du Herausforderungen meisterst. Empfindest mehr Freude und Neugier, weil du mehr ausprobierst und dabei mit Sicherheit auch Dinge entdeckst, die dir Spaß machen. Und du gehst selbstbewusster und zuversichtlicher durch dein Leben, weil du mehr Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten entwickelst.

Vielleicht entdeckst du am Abend in der Karaokebar, dass in dir verborgen eine Rampensau schlummert, die du bisher nie rausgelassen hast.

Oder du findest einen richtig guten Freund in einem Arbeitskollegen, mit dem du nie wirklich gesprochen hast, weil du auf deine bewährte Clique fokussiert warst.

 

3. Du schaltest von Fremd- auf Selbstbestimmung

Wenn du dich innerhalb deiner Komfortzone befindest, lässt du dich von festgefahrenen Glaubenssätzen und Denkmustern oder von Erwartungen deiner Mitmenschen führen.

Folgst du diesen Stimmen, gibst du die Verantwortung für dein Leben in fremde Hände.

Wagst du stattdessen den Sprung aus der Komfortzone, legst du den Schalter um und führst dein Leben viel selbstbestimmter.

Du hörst nicht mehr darauf, ob andere es gut finden, dass du dich mit deiner Geschäftsidee selbstständig machen willst. Oder ob dein innerer Kritiker der Ansicht ist, dass du nicht erfahren oder zielstrebig genug für diesen Schritt bist.

Simone war damals auch der festen Überzeugung, ihre Stimme wäre nicht gut genug, um bei einem Musical dabei zu sein. Je näher das Casting rückte, desto lauter und gemeiner wurde ihr innerer Kritiker. Trotzdem hat sie ihren Mut zusammengenommen und vorgesungen – mit Erfolg. Inzwischen lässt sie sich von den fiesen Stimmen in ihrem Kopf nicht mehr abhalten. Sondern stellt sich selbstbewusst auf die Bühne und genießt jede Sekunde.

Komfortzone verlassen – mit diesen 8 effektiven Tipps gelingt es dir

 

1. Was ist das Worst-Case-Szenario?

Die Katastrophenszenarien, die sich in deinem Kopf abspielen, wenn du Angst vor etwas hast, entsprechen oft nicht der Realität.

Überleg dir: Was ist das Schlimmste, was realistisch passieren kann, wenn du in einer bestimmten Situation deine Komfortzone verlässt?

Stell dir das Szenario bildlich vor und frage dich: Ist es wirklich so schlimm?

In den meisten Fällen wirst du erkennen, dass die Welt nicht untergeht und nichts Furchtbares passiert.

Du willst deinen Kollegen eine Idee für euer Projekt präsentieren? Vielleicht finden sie sie blöd, lachen dich aus oder hauen dir ein paar blöde Sprüche um die Ohren. Na und? Das Leben geht weiter!

Nur weil eine deiner Ideen nicht gut angekommen ist oder gerade diese Kollegen damit nicht zufrieden waren, heißt das nicht, dass du deinen Job schlecht machst. Dann probierst du es beim nächsten Mal eben mit einer neuen Idee oder mit derselben Idee bei anderen Leuten.

Was zählt ist, dass du überhaupt etwas vorgestellt hast. Darauf darfst du stolz sein – egal wie die anderen darauf reagieren.

Wie war das bei Simone?

Als ich Simone darum gebeten habe, mir ihr Worst-Case-Szenario zu schildern, sprudelte es sofort aus ihr heraus. Sie hatte schreckliche Angst, sich zu blamieren und befürchtete, dass die Juroren beim Casting sie auslachen würden.

Nachdem sie eine Weile darüber nachgedacht hatte, fiel ihr aber auf, dass das überhaupt nicht so schlimm wäre. Sie kannte diese Menschen ja nicht mal! Wieso sollte sie sich also einen Kopf machen, ob sie sie beim Auftritt von sich überzeugen kann? Simone hatte im Grunde nichts zu verlieren – und dafür umso mehr zu gewinnen.

 

2. Was ist das Best-Case-Szenario?

Ebenso hilfreich ist es, dir den Best Case vorzustellen und dir auszumalen, welche wunderbaren Auswirkungen dein Sprung aus der Komfortzone im günstigsten Fall hat.

  • Stell dir vor, wie stolz und beflügelt du dich fühlen wirst, wenn du deine Angst überwundern hast.
  • Dabei hilft es, dich an deine Vergangenheit zurückzuerinnern: Wie ging es dir, wenn du dich einer Herausforderung gestellt hast? Wie hat es sich angefühlt?
  • Denke dann daran, wie du deine jetzige Herausforderung erfolgreich meisterst und wie viel selbstbewusster du dich danach fühlen wirst.

Allein dadurch wird sich deine Komfortzone wahrscheinlich schon ein Stückchen ausdehnen. Und du wirst dich in Bezug auf dein Vorhaben gestärkter und selbstbewusster fühlen.

Wie war das bei Simone?

Auch Simones Best Case war relativ schnell klar. Standing Ovations von den Juroren, tosender Applaus und jede Menge Lob und Anerkennung. Dann noch das Angebot, im Musical eine Hauptrolle zu übernehmen und die Möglichkeit, sich auf der Bühne ganz neu zu entdecken.

Nachdem wir uns dieses Traumszenario vorgestellt hatten, konnte Simone es gar nicht mehr abwarten, ihr Talent beim Casting unter Beweis zu stellen.

 

3. Aufschreiben und Konkretisieren

Der Ausdruck „Komfortzone verlassen“ ist vielleicht erst mal überwältigend. Schließlich gibt es so viele Möglichkeiten, aus dir herauszukommen. Wo sollst du anfangen? Wo lohnt es sich, deine Grenzen zu überschreiten und wo ist es sinnvoller, auf Bewährtes zu setzen?

Nimm dir ein Blatt Papier und einen Stift zur Hand und male in die Mitte einen großen Kreis. Sammle innerhalb dieses Kreises all die Dinge, die sich innerhalb deiner Komfortzone befinden: Handlungen, die du jeden Tag machst, Gedanken, Bilder über dich und die Welt usw.

Außerhalb des Kreises schreibst du die Dinge auf, die außerhalb deiner Komfortzone sind und die du dich aktuell noch nicht traust, von denen du aber weißt, dass sie dir helfen oder dich im Leben weiterbringen würden.

Vielleicht die Bewerbung um die Stelle, von der du schon länger träumst. Oder das Nein sagen, wenn du um etwas gebeten wirst.

Wenn du fertig bist, kannst du 2-3 der Dinge außerhalb des Kreises einkringeln, die du angehen willst. Schreibe diese anschließend als Ziele auf.

Wichtig: Formuliere präzise und deutlich, was du tun wirst – und ja, dieses Wort ist bewusst gewählt. Wenn du statt „ich will“ oder „ich versuche“ deinen Satz mit „ich werde“ beginnst, erstickst du mögliche Ausreden im Keim.

Spezifiziere deine Ziele so weit wie möglich. Vielleicht willst du eine Sache bis zu einer bestimmten Deadline hinter dich bringen. Oder du willst etwas mindestens 3 Mal pro Tag oder mit 3 verschiedenen Menschen tun.

Ohne diese Konkretisierung könntest du dich immer damit bremsen, dass du das ja „irgendwann“ schon noch machen wirst. Und wann ist irgendwann? Nie.

Deine Formulierungen könnten zum Beispiel so aussehen:
  • Morgen in der Mittagspause werde ich mich zu dem neuen Kollegen setzen und ein Gespräch mit ihm beginnen.
  • Ich werde mindestens 1 Mal pro Woche eine Bitte von jemandem ablehnen.
  • Am 10. September überwinde ich meine Flugangst und fliege mit meinem Partner nach New York.
Wie war das bei Simone?

Simone formulierte ihr Ziel in Bezug auf das Casting so:

„Am 25. August 2018 gehe ich zum Casting für das Musicalprojekt und gebe mein Bestes, um die Juroren von meiner Stimme und meiner Bühnenpräsenz zu überzeugen.“

 

4. Erzähle anderen davon

Wenn du deine Komfortzone wirklich verlassen willst, ist ein klares Commitment Gold wert. Dieses Commitment solltest du nicht nur dir selbst gegenüber eingehen, sondern auch gegenüber anderen.

Sobald du dir im Klaren darüber bist, was genau du machen willst, weihe einen Freund oder ein Familienmitglied in dein Vorhaben ein und bitte ihn, dich zu unterstützen.

Vielleicht hat dein Gegenüber ja auch gerade eine persönliche Challenge, sodass ihr euch gegenseitig unterstützen und gemeinsam eure Ängste überwinden könnt?

Wichtig ist, dass du es als deine Pflicht ansiehst, deine Komfortzone zu verlassen und deine Herausforderung anzugehen. Du hast es nicht nur dir, sondern auch anderen versprochen, also bleibt dir keine andere Wahl, als es anzupacken.

Wie war das bei Simone?

Nachdem Simone die Entscheidung getroffen hatte, am Casting teilzunehmen, hat sie ihren beiden besten Freundinnen Petra und Susanne davon erzählt. Sie hat sie außerdem darum gebeten, sie zum Termin zu begleiten, um sicherzustellen, dass sie wirklich über ihren Schatten springt und sich den Juroren präsentiert.

Außerdem hat Simone für sich selbst ein klares Commitment formuliert: „Ich verspreche mir selbst und meinen Freundinnen Petra und Susanne, dass ich am 25. August meinen Mut zusammennehme und am Casting für das Musicalprojekt teilnehme. Egal, wie nervös ich bin.“

 

5. Besiege deinen inneren Schweinehund und deinen inneren Kritiker

Immer, wenn du am Rand deiner Komfortzone stehst, werden deine inneren Stimmen zu Wort kommen und alles versuchen, dich von deinem Vorhaben abzuhalten.

Alle möglichen Ausreden sprudeln in dir hoch, warum du das, was du vorhast, doch lieber nicht tun solltest.

  • „Ich habe keine Zeit dafür.“
  • „Vielleicht ist das doch nicht die richtige Entscheidung.“
  • „Ich bin nicht mutig oder selbstbewusst genug.“
  • „Eigentlich ist das eine schwachsinnige Idee.“
  • „Ich kann das nicht.“
  • „Ich muss erst noch …. machen, bevor ich … tun kann.“

Deshalb ist es wichtig, dass du ein inneres Alarmsystem für diese Ausreden entwickelst. Sobald du merkst, dass dein innerer Schweinehund und dein innerer Kritiker auf dich einreden, mache dir bewusst, dass ihre Worte nur Ausdruck von Angst sind.

Lass sie plappern und mach es trotzdem.

Wie war das bei Simone?

Als das Casting näher rückte, machten Simones innere Stimmen ihr ganz schön das Leben schwer. Sie erzählte mir von Gedanken wie

  • „Du kannst überhaupt nicht singen.“
  • „Du wirst dich nur blamieren.“ oder
  • „Dich will sowieso keiner auf der Bühne sehen.“

Mehr als einmal zweifelte sie daran, ob das Casting wirklich eine gute Idee war. Letztendlich hat sie die gemeinen Sprüche ihres Kritikers beiseite geschoben und sich dem Urteil der Jury gestellt. Diese war glücklicherweise anderer Meinung und wollte Simone beim Musical dabei haben.

 

6. Einfach machen

Wenn du dabei bist, deine Komfortzone zu verlassen, wirst du wahrscheinlich ein ungutes Gefühl haben. Vielleicht ein flaues Gefühl im Magen oder zitternde Knie. Nimm dieses Gefühl an und mach dir bewusst: Es ist ein Signal dafür, dass du auf dem richtigen Weg bist.

Bestimmt hast du in der Vergangenheit an der Stelle, an der du dieses unangenehme Gefühl gespürt hast, das ein oder andere Mal die Flinte ins Korn geworfen. Jetzt heißt es aushalten. Auch wenn es sich im ersten Moment furchtbar anfühlt.

Nimm all deine Willenskraft zusammen, zähle von 5 runter und dann tu es einfach. Ohne weiter darüber nachzudenken. Just do it.

Diese Methode stammt aus dem Buch Die 5 Sekunden Regel“ von Mel Robbins. Klare Leseempfehlung, wenn du deine Komfortzone in Zukunft häufiger verlassen und dein Leben selbst in die Hand nehmen willst.

Wie war das bei Simone?

Du kannst dir sicher vorstellen, dass Simone sich alles andere als gut gefühlt hat, als sie kurz davor war, die Bühne zu betreten. Herzklopfen, zitternde Knie, schwitzige Hände und ein fetter Kloß im Hals signalisierten ihr, dass sie das Ende ihrer Komfortzone erreicht hatte.

Zum Glück erinnerte sie sich an unsere Coachingsitzung und wusste, dass diese Symptome kein Grund zum Aufgeben waren. Im Gegenteil. Sie zeigten ihr nur, dass sie gleich ihre Grenzen überschreiten und über sich hinauswachsen würde. Und das tat sie.

 

7. Belohne dich

Wenn du es geschafft hast, deine Komfortzone zu verlassen, belohne dich dafür. Selbst, wenn der Schritt sich noch so klein anfühlt.

Klopf dir auf die Schulter, sei stolz auf dich und tu dir etwas Gutes. Wie wäre es zum Beispiel mit einer der 30 Selbstfürsorgegesten aus diesem Artikel?

Wie war das bei Simone?

Als Simone das Casting erfolgreich hinter sich gebracht hatte, machte sie sich mit ihren Freundinnen Petra und Susanne einen schönen Abend in der Cocktailbar und ließ sich ausgiebig für ihren Mut und ihre Leistung feiern. Viel wichtiger war aber, dass sie sich selbst feierte. Sie war so stolz auf sich wie schon lange nicht mehr. Ein unvergessliches Gefühl!

 

8. Der Blick zurück

Hast du eine Herausforderung gemeistert, ist es hilfreich, nochmal darauf zurückzublicken und dich und dein Handeln zu reflektieren.

Dabei können dir zum Beispiel diese Fragen helfen:

  • Wie hat es sich angefühlt, meine Komfortzone zu verlassen?
  • Was hat mir geholfen, über meinen Schatten zu springen?
  • Was kann ich aus dieser Situation für zukünftige Herausforderungen lernen?
Wie war das bei Simone?

Simone hat mir in unserer nächsten Coachingsitzung erzählt, wie lebendig und erfüllt sie sich auf der Bühne gefühlt hat. Nachdem die anfängliche Angst vorbei war, war sie absolut im Flow und hätte fast vergessen, dass die Juroren überhaupt da waren.

Am meisten geholfen haben ihr ihre Freundinnen, die sie voll und ganz unterstützt haben und sogar mit ihr zum Casting gefahren sind.

Nachdem die Erfahrung ihr gezeigt hat, dass sie sich pudelwohl auf der Bühne fühlt, hat sie sich für zukünftige Auftritte vorgenommen, sich die Worte ihres inneren Kritikers weniger zu Herzen zu nehmen. Statt sich von ihrer Angst einnehmen zu lassen, will sie sich mehr auf ihre Auftritte freuen und diese Vorfreude mehr genießen.

Diese 3 Fehler solltest du vermeiden, wenn du deine Komfortzone verlassen willst

1. Wirf nicht direkt die Flinte ins Korn

In den wenigsten Fällen kriegen wir Dinge direkt beim ersten Anlauf perfekt hin. Denk zum Beispiel mal daran, wie es war, als du Fahrradfahren oder Schwimmen gelernt hast.

Du hast es immer wieder versucht und bist immer wieder gescheitert. Bis du es irgendwann geschafft hast. Trial and error. Das ist normal und gehört zum Leben dazu.

Erwarte nicht, dass du direkt beim ersten Versuch über dich hinauswächst und selbstbewusst aus deiner Komfortzone herausspazierst.

Wenn es beim ersten, zweiten, dritten Mal nicht klappt – steck den Kopf nicht in den Sand.

Mit jedem Versuch wirst du ein kleines bisschen besser, hast ein kleines bisschen weniger Angst und mehr Selbstbewusstsein.

 

2. Versuche nicht, alles von heute auf morgen umzukrempeln

Ich will dir in diesem Artikel nicht den Eindruck vermitteln, dass deine Komfortzone immer schlecht ist und du jetzt und sofort dein komplettes Leben auf den Kopf stellen sollst.

Einerseits, weil das total überfordernd und stressig wäre und du deshalb wahrscheinlich ganz schnell wieder aufgeben würdest. Andererseits, weil es überhaupt keinen Sinn macht.

Es ist gut, dass es gewisse Dinge gibt, auf die du dich verlassen kannst. Die sich bewährt haben und mit denen du dich sicher und selbstbewusst fühlst. Daran sollst du überhaupt nichts ändern.

Komfortzone verlassen ist gut – aber eben nicht dauerhaft und in jeder Situation. Beschränke dich auf die Aspekte deines Lebens, in denen du Entwicklungspotenzial siehst. Von denen du glaubst, dass ein Schritt ins Neue und Unbekannte dir nutzen und dich persönlich weiterbringen würde.

Definiere am besten einen Aspekt und konzentriere dich darauf.

 

3. Warte nicht auf die ganz großen Schritte

Du musst nicht warten, bis du den Mut hast, nach Amerika auszuwandern oder dich mit deinem Business selbstständig zu machen. Die Komfortzone zu verlassen ist ein Übungsprozess.

Fang mit ganz kleinen, auf den ersten Blick vielleicht banal erscheinenden Dingen an und betrachte sie als persönliches Trainingslager.

  1. Bestelle zum Beispiel bei deinem Lieblingsitaliener ein Gericht, das du noch nie zuvor probiert hast.
  2. Nimm einen anderen Weg zur Arbeit.
  3. Hinterfrage dein Selbstbild und frage dich, ob du wirklich so schüchtern bist, dass du den neuen Kollegen nicht mal ansprechen kannst. (Vielleicht hinkt dein Selbstbild deiner Entwicklung hinterher?)

Stell dir das wie eine Ampel vor. Es gibt den grünen Bereich, also den Bereich innerhalb deiner Komfortzone. Den orangenen Bereich mit kleineren Dingen außerhalb deiner Komfortzone, die zwar beängstigend, aber gut machbar sind. Und den roten Bereich, die Panikzone. Dazu gehören die ganz großen Fische, die dir richtig Angst machen.

Du musst nicht direkt mit der roten Zone anfangen. Taste dich mit kleineren Dingen schrittweise heran. Wenn du dich mit den kleinen Veränderungen wohlfühlst, versuch etwas, das ein bisschen mehr Überwindung kostet. Steigere dich kontinuierlich und komm jeden Tag ein bisschen mehr aus dir heraus.

 

Schreib mir in die Kommentare

  • In welcher Situation bist du mal so richtig aus dir herausgekommen und hast deine Komfortzone verlassen?
  • Wie hat sich das angefühlt?
  • Wie ist es weitergegangen bzw. was hat sich daraus für dich ergeben?

 

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