Für mich liegt im Jahresanfang ein ganz eigener Zauber. Kollektiv schlagen wir ein Kapitel zu und ein neues auf. Diese Idee mag ich. Und so gehört zu meiner persönlichen Jahresreflexion auch, nach vorn zu schauen, Jahresziele zu bestimmen. Dieser Artikel ist die Fortsetzung des Interviews, das meine Mitarbeiterin mit mir geführt hat. Diesmal geht es um meinen Ausblick auf das Jahr 2021. Dich erwarten meine Antworten auf 8 inspirierende Fragen, die auch du nutzen kannst, um deinen eigenen Fokus fürs neue Jahr festzulegen.

1. Wie unterscheidest du dich heute von deinem Ich von vor einem Jahr? Wie haben sich deine Ziele, Prioritäten und dein Fokus in den letzten 12 Monaten verändert und was bedeutet das für 2021?

Vorab: Ich glaube nicht, dass es bei mir im vergangenen Jahr einen riesigen Switch gab. Ich bin in meiner Persönlichkeit und meinen Haltungen inzwischen schon sehr gefestigt.

Was sich am ehesten verändert hat, ist wohl mein Umgang mit potenziellen Konflikten. Ich bin dafür bekannt, immer diejenige zu sein, die alles regelt und auf die man bauen kann. Everybody’s Darling, wenn man es so sagen will. Davon habe ich mich in den letzten Monaten stark gelöst. Ich bin streitbarer geworden, sowohl im privaten, familiären, als auch im beruflichen Kontext. Wenn mir was nicht passt, haue ich mittlerweile immer häufiger auf den Tisch und sage, dass ich das gerade schei** finde. Ich nehme nicht mehr ständig alle Verantwortung auf mich für Ereignisse oder Gefühle anderer Personen und entschuldige mich vorschnell. Ich kann es stehen lassen, wenn jemand sagt, er oder sie sei sauer auf mich, enttäuscht von mir. Kunden sage ich, wenn ich Ihr Vorgehen oder eine Idee, die Sie haben, nicht gut finde – auf die Gefahr hin, dass es mich den Auftrag kostet. Das will ich im neuen Jahr noch weiter fortführen und ausbauen.

Alle anderen Veränderungen würde ich eher als Fortführung von Themen sehen, an denen ich sowieso schon dran bin. Zum Beispiel ist mir noch klarer geworden, wie wichtig mir meine Beziehungen sind und dass ich an der Stelle im neuen Jahr noch mehr investieren will. Aber das ist keine bahnbrechende Erkenntnis, das wusste ich im Grunde schon. Ich hab sozusagen nur nochmal eine Erinnerung bekommen.

2. Welche wichtigen Lektionen aus 2020 nimmst du mit ins neue Jahr?

Ich habe – mal wieder – die Erfahrung gemacht: Was nicht im Kalender steht und was ich nicht priorisiere, findet nicht statt.

Denn ursprünglich wollte ich 2020 das Thema Fitness und Gesundheit angehen, aber das hat noch nicht so toll geklappt. Der Grund dafür ist klar: Veränderungen passieren nicht nebenbei. Sie kosten etwas. Wenn es so leicht wäre, würde es ja schon längst laufen. Ich muss zahlreiche Routinen durchbrechen, die ich mir über Jahre antrainiert habe – z.B. lieber noch was für die Arbeit zu machen, statt eine Runde laufen zu gehen oder mein Essen nebenbei reinzuschieben.

Fürs kommende Jahr werde ich deshalb meinen Tagesplan so anpassen, dass meine Mahlzeiten und Sporteinheiten schon mit drinstehen. So habe ich ein stärkeres Commitment und das Ziel eher im Auge.

Die zweite Erkenntnis hat damit zu tun, wie ich auf meine Promotion reagiert habe.

Unzählige Menschen haben mir gratuliert, ich bekam Blumensträuße und Glückwunsche geschickt und alle waren sehr stolz auf mich. Ein Teil von mir hat wahrscheinlich realisiert: Wow, ich bin jetzt Dr. Ulrike Bossmann. Aber der Rest von mir hat einfach so weitergemacht wie bisher. Haken dran, jetzt steht der Stresspiloten-Launch an.

Erst als mich eine Kollegin einige Wochen später gefragt hat, wie ich denn meinen Erfolg gefeiert habe, wurde mir klar: Eigentlich gar nicht so wirklich.

Ich bin unheimlich gut im Samen säen, aber noch nicht so gut darin, die Ernte einzusammeln. Stolz auf mich zu sein, meine Erfolge stärker feiern – das will ich 2021 stärker machen als bisher. Und zwar eben nicht theoretisch, denn natürlich weiß ich in meinem Kopf, dass es eine ganz schön große Leistung ist, bestimmte Ziele zu erreichen. Aber im Herz kam es nicht so sehr an. Dafür will ich Raum schaffen. Denn stolz auf sich sein, das ist ein gutes Gefühl und sorgt für einen Boost für mein Glückslevel. Den will ich mir nicht entgehen lassen.

Lektion Nummer 3: Werd deine Security Blanket los

Ich habe im Sommer 2020 nochmal einen großen, teuren Businesskurs gekauft und als ich zwischen den anderen Teilnehmer:innen saß, wurde mir klar: Wow, Ulrike. So viel zu lernen hast du nicht mehr. Es ist alles da. Alles, was du tun musst, ist rausgehen und es an die Leute bringen.

Dass ich einen guten Job und schon vieles richtig mache, ist mir klar. Ich glaube wirklich an das, was wir hier bei soulsweet tun. Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass ich mit angezogener Handbremse fahre. Ich setz mich in irgendeinen Kurs und wünsche mir, einen idiotensicheren Plan zu bekommen, wie genau ich vorgehen soll, um zu wachsen und eine erfolgreichere Unternehmerin zu werden. Aber das ist Bullsh*t. Das ist meine Security Blanket, meine Komfortzone, meine Schutzmauer. Ich muss sie verlassen, um weiterzukommen. Ich muss groß denken, Risiken eingehen und mein Ding machen, statt anderen hinterherzulaufen.

Lead, don’t follow.

Das wird ein wichtiges Motto für 2021 sein.

3. Was möchtest du im neuen Jahr genauso weitertun wie bisher?

Mich für das, was ich will und was mir wichtig ist, reinhängen und auch mal eine Extrameile gehen. Und alles, was ich tu, mit Liebe machen. Herzblut in die Sachen stecken. Mit Kund:innen arbeiten, die Herzblut in die Sachen stecken und damit Ergebnisse erzielen. Mein Herz soll an erster Stelle stehen, das war 2020 wichtig und das möchte ich 2021 weitertragen.

Das gilt besonders für Beziehungen, egal zu wem. Mitarbeiterinnen, Kund:innen, Lieblingsmenschen. Diese Beziehungen auf unterschiedliche Weise zu pflegen, so gut es eben geht – das steht im neuen Jahr weiterhin ganz oben auf meiner Liste.

4. Was möchtest du im neuen Jahr anders machen?

Ich will mich nicht mehr dafür entschuldigen oder rechtfertigen, wie viel ich arbeite. Das, was wir bei soulsweet machen, ist mir so unglaublich wichtig. Ich merke jeden Tag, wie wir das Leben von Menschen im Kleinen und im Großen besser machen. Frauen zu empowern und zu ermutigen, dafür arbeite ich gerne mehr als der Durchschnittsmensch, da will ich All-In gehen.

Nur, weil die Menschen in meinem Umfeld keine Unternehmer:innen sind und die Arbeit für sie ein kleinerer Teil des Lebens ist als für mich, heißt das nicht, dass ich etwas falsch mache oder mich dafür entschuldigen muss. Das ist ein wichtiges Learning, dem ich 2021 gerne folgen will.

Darüber hinaus gibt es viele Dinge bei soulsweet, die ich anpassen will. Ich möchte strategischer vorgehen, ein besseres Controlling haben, mehr abgeben und weniger selbst tun. Und wie schon gesagt – Lead, don’t follow. Ich werde im neuen Jahr meinen beruflichen Fokus voll auf soulsweet setzen. Bisher lief das phasenweise zu sehr nebenbei oder als add-on. Ich will das anbieten, was meine community braucht, das machen, was mir als Psychologin sinnvoll  erscheint statt nach Vorbildern zu gucken, die in ihrer Nische erfolgreich sind und denen nachzulaufen. Ich will mutig sein, meine Security Blanket ablegen und viel mehr riskieren als bisher. Denn nur so ist Wachstum möglich- persönlich wie unternehmerisch. Das habe ich inzwischen gelernt.

5. Was sind deine wichtigsten Ziele für 2021? Wo liegt dein Fokus?

Mein berufliches Hauptziel für 2021 ist, dass wir mit soulsweet die Go-To-Ressource in Deutschland für Positive Psychologie werden. Ich will nicht blind wachsen, sondern unternehmerisch kluge Entscheidungen treffen, um genau dieses Ziel zu erreichen. Eine sauberes Unternehmenscontrolling aufbauen – das ist keine sexy Begriff, aber ein extrem wichtiges Ziel fürs neue Jahr.

Menschen beim Aufblühen zu unterstützen war und ist unser Fokus und der soll auch durch neue Formate und Produkte weiter sichtbar werden. Außerdem will ich in die Presse. Ich will, dass soulsweet in passenden Zeitschriften und Online-Magazinen erscheint, damit mehr Menschen von uns erfahren.

Im Privaten steht für mich 2021 wie schon erwähnt Fitness und Gesundheit auf dem Plan. Ich möchte wieder mehr Sport machen und mich gesünder ernähren. Dafür soll im kommenden Jahr auf jeden Fall mehr Zeit sein als im vergangenen.

Außerdem will ich fortführen, dass meine Beziehungen für mich Priorität haben, beruflich wie privat. Menschen sind mir unheimlich wichtig und deshalb will ich auch weiter viel in die Verbindungen zu ihnen investieren.

6. Wofür möchtest du dir mehr Zeit nehmen und warum?

In meiner Freizeit will ich mehr Zeit mit meinen Lieblingsmenschen verbringen, mehr malen und häufiger Sport treiben. Das sind alles Dinge, die mir gut tun und auf die ich deshalb 2021 einen Fokus legen will.

Bei soulsweet will ich mir mehr Zeit für strategische Gesichtspunkte und Teambildung mit meinen Mitarbeiterinnen nehmen. Ich will weg von der Denke der Selbstständigkeit hin zum Unternehmertum. Das bedeutet auch, dass ich groß denke und meine Zeit nicht an den falschen Stellen einsetze. Es geht darum, was WIR wollen und was UNSERE Kund:innen brauchen – nicht darum, was gerade In ist oder Erfolg verspricht. 2021 will ich wirklich in diese Rolle reingehen, mit allen Risiken, mit all meinen Ängsten, die daran hängen.

7. Wovon verabschiedest du dich 2021?

Von der Idee, ich könnte permanent mehrere Businesses parallel führen. Das hat viele Jahre funktioniert. Mein Energieniveau ist hoch, meine Begeisterungsfähigkeit auch. Aber es kann auf Dauer nicht funktionieren. Es ist weder für mich und meine Arbeitszeiten, noch für die Menschen in meinem Umfeld, geschweige denn für den Erfolg des Einzelbusiness gut. Ich will mich zumindest im Moment mehr für eins entscheiden. Das habe ich 2020 im Grunde schon getan, indem ich einen Großteil meiner Kund:innen in meinem Offline-Unternehmen abgegeben habe, um mich voll auf soulsweet zu konzentrieren.

Natürlich willl ich mich auch von der schon erwähnen Security Blanket fürs Business verabschieden –   im Sinne von „Du machst jetzt noch diesen einen Kurs mit dem erfolgreichen Marketer und dann bist du safe“. Das ist Quatsch. Es gibt nicht den einen richtigen Weg, dem ich einfach blind folgen kann. Ich muss meine Angst überwinden und rausgehen, mich authentisch zeigen, mit meiner Haltung, mit meiner Persönlichkeit. Ich kanns nur wiederholen: Lead, don’t follow. Sonst ist da nix mit großem Impact.

8. In 3-5 Sätzen: Was wäre deine Wunschantwort, wenn ich dich heute in einem Jahr frage, wie 2021 für dich gelaufen ist? Was möchtest du umgesetzt haben, wie möchtest du dich fühlen?

Am besten fang ich mal mit der Gefühlsebene an: Ich will mich fit und stolz fühlen, begeistert und enthusiastisch sein für das, was wir tun. Beseelt und innerlich im Reinen mit den Entscheidungen, die ich getroffen habe und auch den Dingen, die vielleicht nicht so gut gelaufen sind, weil wir groß gedacht haben und auch mal auf den Popo gefallen sind. Aber wir haben es gemacht – und darauf will ich gucken.

Ich will sagen können, dass 2021 das Durchbruchjahr für mich war.

Beruflich, weil wir mit soulsweet abgehoben sind, die Presse auf uns aufmerksam geworden ist und wir zu einem profitablen Unternehmen herangewachsen sind.

Und privat, weil ich es endlich auf die Reihe bekommen hab, Sport, Fitness und gesunde Ernährung in meinen Alltag einzubauen.

Wenn ich in 12 Monaten so von meinem Jahr sprechen kann, habe ich es geschafft. Und ich werde alles dafür tun, dass dieses Ziel Wirklichkeit wird.

Links und Lesetipps zum Blogartikel „Hallo, 2021: Mein persönlicher, hoffnungsvoller Ausblick auf das neue Jahr“

📚 Lesetipps zum tiefer Einsteigen:

  1. Ziele setzen, aber richtig – Diese Ziele helfen dir dabei, ein erfülltes Leben zu leben
  2. So lässt du lästige Gewohnheiten hinter dir und startest kraftvoll und zufrieden ins neue Jahr.
  3. 12 Challenges, die dir 2020 garantiert guttun: Mach ZweitausendzwanzICH zu deinem Jahr!

✨ Kauftipp für deine Glücksreise: In meinem Workbook „Glücklichsein ist keine Glückssache“  warten die besten Übungen aus der Positiven Psychologie und jede Menge spannender Reflexions- und Umsetzungsaufgaben auf dich, um dein Wohlbefinden und deine Zufriedenheit langfristig zu steigern.

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P.S.: Dies ist der zweite Teil meiner Reflexion zum Jahreswechsel. Wenn du meinen persönlichen, positiven Jahresrückblick lesen und die Fragen für deinen eigenen Rückblick nutzen willst, kommst du hier zum entsprechenden Artikel.

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Ulrike