Als Psychologin habe ich in meinem Leben unzählige wissenschaftliche Studien gelesen. Aber kaum ein Thema hat auf mich eine so fesselnde und begeisternde Wirkung wie die Glücksforschung. Denn was gibt es Schöneres als neue Erkenntnisse darüber zu sammeln, wie du glücklich und erfüllt leben kannst? Aus diesem Grund möchte ich dir in diesem Artikel 10 spannende Studien vorstellen, deren Erkenntnisse du dir zu Herzen nehmen solltest, wenn du glücklicher und zufriedener sein möchtest. Dich erwartet kein langatmiges, hochgestochenes Geschwafel. Ich habe für dich die Erkenntnisse der Studie auf den Punkt gebracht. Der Transfer auf dein Leben ist inklusive – denn am wichtigsten ist es doch, was diese theoretischen Erkenntnisse für dich und dein Leben bedeuten, oder? Auf dass dich die Studien so sehr faszinieren wie mich!

1. Du willst glücklich sein? Dann raus in die Natur mit dir!

Hättest du gedacht, dass die Umgebung, in der du dich befindest, einen erheblichen Einfluss auf dein subjektives Wohlbefinden hat?

2013 haben George MacKerron und Susana Mourato dazu eine spannende Studie durchgeführt, in der sie die Versuchspersonen mit einer Smartphone-App ausgestattet und ihnen dann in zufällig ausgewählten Momenten einen Fragebogen zum subjektiven Wohlbefinden gesendet haben. Während sie die Fragen beantworteten, wurde ihr Standort per GPS ermittelt.

Die Studie zeigt: Menschen sind wesentlich glücklicher, wenn sie sich in grünen und natürlichen Umgebungen aufhalten als wenn sie beispielsweise gerade in der Stadt sind.

Diesen Effekt kannst du ausnutzen – und dir mit einem Spaziergang durch den Wald oder einem Abstecher zum nahegelegenen See schnell mal einen Glücksboost abholen.

2. Glück ist ansteckend

Positive Beziehungen spielen in der Glücksforschung seit vielen Jahren eine wichtige Rolle. Ist  irgendwie logisch – die Verbundenheit mit anderen Menschen ist eines unserer grundlegendsten Bedürfnisse.

Aber hast du dich mal gefragt, wie das Wohlbefinden deiner Mitmenschen sich auf dein eigenes auswirkt?

James Fowler und Nicholas Christakis genau diese Frage untersucht und eine großartige Entdeckung gemacht. Bist du von glücklichen Menschen umgeben, wirst du mit einer größeren Wahrscheinlichkeit selbst glücklich!

Ein glücklicher Freund, der bei dir in der Nähe wohnt, erhöht deine Chance auf Glück um 25% – bei Nachbarn sind es sogar 34%.

Was heißt das für dich?

Wenn du deinem Wohlbefinden auf die Sprünge helfen willst, umgib dich mit so vielen Menschen, die glücklich sind, wie möglich.

3. Dankbarkeit – die Superkraft glücklicher Menschen

Viele Studien haben sich in den letzten Jahren mit dem Einfluss von Dankbarkeit auf unser Wohlbefinden beschäftigt. Die Befundlage ist ziemlich eindeutig: Wer dankbar ist, ist glücklich.

In ihrer aktuellen Studie haben Charlotte VanOyen-Witvlietdiesen Zusammenhang sogar noch um die Komponente Hoffnung erweitert.

Die Studienteilnehmer, die sich dankbar an eine bereits erfüllte Hoffnung zurückerinnerten, berichteten signifikant höhere Glücks- und Hoffnungswerte.

Im Klartext heißt das für dich:

Dankbar zu sein, macht dich nicht nur glücklicher, sondern lässt dich auch zuversichtlicher in deine Zukunft blicken. Wenn das mal keine Superkraft ist?

Schau dir diesen Artikel an, indem ich dir zeige, wie du Dankbarkeit easy in deinen Alltag einbauen kannst. Es lohnt sich.

4. Welche drei Wörter kommen dir in den Sinn, wenn du an Glück denkst?

Diese Frage hat Ji-eun Shin ihren Studienteilnehmern gestellt. Sie wollte herauszufinden, welche Überzeugungen über Glück und Wohlbefinden mit einer höheren Lebenszufriedenheit einhergehen.

Interessant ist: Die Anzahl sozialer Begriffe konnte das Ausmaß an Lebenszufriedenheit vorhersagen. Diejenigen Teilnehmer, die überwiegend Wörter wie Familie, Liebe oder Freundschaft angaben, waren deutlich zufriedener als jene, die keine sozialen Begriffe nannten.

Wenn du also von der Kraft positiver Beziehungen für dein Glückslevel überzeugt bist, wirst du diese auch zu spüren bekommen. Noch wertvoller ist es aber, tatsächlich in gute Beziehungen zu investieren. Verbringe bewusst Zeit mit lieben Menschen, die dich zum Strahlen bringen, übe dich in Vergebung und befreie dich von Beziehungen, die dir Energie rauben. Denn am Ende sind es nicht nur deine Überzeugungen, die dein Glückslevel beeinflussen, sondern vor allem dein reales soziales Netz.

5. Erfolg macht glücklich? Es ist umgekehrt!

Vielleicht erwischst du dich manchmal bei dem Gedanken, dass du glücklicher wärst, wenn du von deinem Chef befördert würdest oder generell mehr Erfolg im Beruf hättest.

Lisa Walsh, Julia Boehm und Sonja Lyubomirsky haben schon 2008 die Hypothese aufgestellt, dass es umgekehrt ist: Nicht der Erfolg macht glücklich, sondern Glücklichsein macht dich erfolgreich!

10 Jahre später haben sie sich dieser Hypothese nun wieder zugewandt und die gesamte bisherige Forschung zu diesem Thema ganz genau unter die Lupe genommen.

Das Ergebnis bleibt dasselbe: In den meisten Fällen geht das Glück dem Erfolg voraus. Du musst also nicht erfolgreich sein, um glücklich zu werden. Statt verbissen deinen beruflichen Zielen nachzujagen, lohnt es sich eben auch mal, früher Feierabend zu machen und Zeit mit deinen Freunden zu verbringen oder einem Hobby nachzugehen.

Denn wenn du glücklich bist, kommt der Erfolg häufig von ganz allein. Die positiven Emotionen führen nämlich zum Beispiel dazu, dass du dir höhere Ziele setzt, bei schwierigen Aufgaben länger dranbleibst und mit mehr Kreativität und Neugier an deine Arbeit rangehst.

6. Money, Money, Money

Hand aufs Herz: Wie oft hast du dir gewünscht, im Lotto zu gewinnen und plötzlich im Geld zu schwimmen? Weil sich dann ja ALLE deine Probleme in Luft auflösen würden und du der glücklichste Mensch auf Erden wärst.

Es gibt wahrscheinlich kaum jemanden, dem dieser Gedanke noch nicht durch den Kopf gehuscht ist. Lara Aknin, Michael Norton und Elizabeth Dunn haben herausgefunden: Wir Menschen überschätzen den Einfluss von Reichtum auf unser Wohlbefinden erheblich.

Während die Studienteilnehmer das tatsächliche Glücksniveau für den mittleren und hohen Einkommensbereich relativ gut vorhersagten, überschätzten sie die emotionalen Kosten eines geringeren Einkommens enorm. Sie gingen beispielsweise davon aus, dass zwischen einem Jahresgehalt von 25.000 und 55.000 US-Dollar drastische Unterschiede im Glückslevel bestehen müssten – was überhaupt nicht der Fall war.

Natürlich ist Geld nicht komplett irrelevant. Wir müssen ja irgendwie über die Runden kommen. Allerdings macht es nicht annähernd so glücklich, wie wir glauben. Wenn es um unser Wohlbefinden geht, sind andere Dinge viel, viel wichtiger.

7. Kauf Erfahrungen statt Zeug

Wenn wir schon beim Thema Geld sind – wofür gibst du deins aus?

Tatsächlich hat das nämlich einen Einfluss darauf, wie glücklich du bist. Eine Studie von Ryan Howell und Graham Hill zeigt, dass gewisse Ausgaben sogar zu einem höheren Wohlbefinden beitragen.

Kaufst du dir von deinem Geld Erlebnisse und Erfahrungen, wie beispielsweise einen Theaterbesuch, einen Abend beim Italiener oder einen Ausflug in die Bowlingarena, fühlst du dich glücklicher als mit irgendeiner materiellen Errungenschaft.

Das liegt daran, dass durch Erfahrungen wichtige Bedürfnisse erfüllt werden – du erlebst eine engere Verbundenheit mit anderen Menschen und fühlst dich lebendig. Außerdem machst du weniger soziale Vergleiche als bei materiellen Käufen.

Im Klartext: Wenn du glücklich sein willst, kauf dir Erfahrungen statt Zeug.

8. Nutze deine Stärken

Viele Glücksforscher sind überzeugt, dass du ein glücklicheres Leben führst, wenn du deine Stärken kennst und regelmäßig einsetzt. Nicht umsonst bildet das eine der fünf Säulen des Glücks im weltbekannten PERMA-Modell der Positiven Psychologie.

Aber warum ist das eigentlich so? Eine Studie aus dem Jahr 2010 widmet sich dieser Frage und gibt Hinweise auf den Prozess, der hinter der Verbindung von Stärken und Wohlbefinden steckt.

Wenn du deine Stärken einsetzt, machst du mehr Zielfortschritte. Dadurch werden wichtige psychologische Bedürfnisse befriedigt – was sich logischerweise positiv auf dein Wohlbefinden auswirkt. Spielst du zum Beispiel leidenschaftlich gerne Klavier und nutzt dieses Talent, um vor deinen Freunden oder auf einer Open Stage ein kleines Konzert zu geben, wirst du dich durch den Applaus und das positive Feedback deiner Zuhörer kompetent fühlen und jede Menge positive Emotionen erleben. Erfolgserlebnisse wie dieses stärken dich und geben dir einen regelrechten Glücksschub.

Weißt du eigentlich, wo genau deine Stärken liegen? Wenn nicht, schau dir gerne mal diesen Artikel an. Dort zeige ich dir fünf wirksame Methoden, wie du in dir schlummernde Fähigkeiten und Ressourcen garantiert entdeckst.

9. Hilf anderen und du hilfst dir selbst

Anderen zu helfen macht glücklich – das haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Studien bewiesen. Darunter fallen auch prosoziale Ausgaben. Das ist nichts anders als dass du Geld für andere Menschen ausgibst.

Eine Studie von Lara Aknin, Elizabeth Dunn und Michael Norton konnte das belegen: Wenn die Studienteilnehmer sich an eine für eine andere Person getätigte Ausgabe erinnerten, gaben sie an, sich unmittelbar danach wesentlich glücklicher gefühlt zu haben. Und je glücklicher die Teilnehmer waren, desto wahrscheinlicher war es, dass sie sich kurze Zeit später wieder dafür entschieden, Geld für andere Menschen auszugeben.

Prosoziale Ausgaben leiten also eine positive Feedbackschleife ein: Wenn du Geld für andere ausgibst, bist du glücklicher. Wodurch du wiederum dazu ermutigt wirst, noch mehr prosoziale Ausgaben zu tätigen, usw.

Du hilfst damit also nicht nur anderen, sondern auch dir selbst. Ist das nicht praktisch?

10. Sei kreativ und du blühst auf

Verbringst du gerne Zeit mit kreativen Tätigkeiten? Ich persönlich liebe es ja, mich mit Watercolor-Farben und meinem Handlettering-Equipment auszutoben. Was dabei entsteht, teile ich dann auch gerne mal auf meinem Instagram-Profil.

Umso schöner, dass dieses Hobby sich auch positiv auf mein Glücksempfinden auswirkt und mir beim Aufblühen hilft.

Das zeigt eine Studie von Tamlin Conner, Colin DeYoung und Paul Silvia. Versuchspersonen, die am Vortag Zeit mit kreativen Aktivitäten verbracht hatten, berichteten von mehr positiven Gefühlen und Flourishing.

Es lohnt sich also, dir jeden Tag ein bisschen Zeit zu nehmen, um kreativ zu werden. Und zwar nicht erst, wenn du die Hausarbeit hinter dich gebracht hast…

Du hast noch nicht genug?

Wenn du nach all diesen tollen Erkenntnissen jetzt motiviert bist, dein Glück selbst in die Hand zu nehmen und dich auf den Weg zu einem erfüllten und positiven Leben zu machen, schau dir mal mein Workbook „Glücklichsein ist keine Glückssache“ an. Es ist vollgepackt mit wissenschaftlich fundierten Methoden aus der Positiven Psychologie, mit deren Hilfe du so richtig aufblühst und dein Leben von „ganz okay“ zu „megaaffensupergeil“ umwandelst. Hier bekommst du alle Infos.

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  • Welcher Befund hat dich am meisten fasziniert?
  • Was machst du der Glücksforschung zufolge jetzt schon alles richtig in deinem Leben?
  • Was nimmst du dir aus diesem Artikel mit, um deinem Glück auf die Sprünge zu helfen?

 

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Quellen

Aknin, L.B., Norton, M.I. & Dunn, E.W. (2009). From wealth to well-being? Money matters, but less than people think. The Journal of Positive Psychology, 4(6), 523-527.

Aknin, L.B., Norton, M.I. & Dunn, E.W. (2012). Happiness runs in a circular motion: Evidence for a positive feedback loop between prosocial spending and happiness. Journal of Happiness Studies, 13(2), 347-355.

Conner, T.S., DeYoung, C.G. & Silvia, P.J. (2018). Everyday creative activity as a path to flourishing. The Journal of Positive Psychology, 13(2), 181-189.

Fowler, J.H. & Christakis, N.A. (2008). Dynamic spread of happiness in a large social network: Longitudinal analysis over 20 years in the Framingham Heart Study. Bmj, 337, a2338.

Howell, R.T. & Hill, G. (2009). The mediators of experiential purchases: Determining the impact of psychological needs satisfaction and social comparison. The Journal of Positive Psychology, 4(6), 511-522.

Linley, P.A., Nielsen, K.M., Gillett, R. & Biswas-Diener, R. (2010). Using signature strengths in pursuit of goals: Effects on goal progress, need satisfaction, and well-being, and implications for coaching psychologists. International Coaching Psychology Review, 5(1), 6-15.

MacKerron, G. & Mourato, S. (2013). Happiness is greater in natural environments. Global environmental change, 23(5), 992-1000.

Shin, J.E. (2019). You are my happiness: Socially enriched happiness belief predicts life satisfaction, especially among the poor. Cognition and emotion, 1-7.

Walsh, L.C., Boehm, J.K. & Lyubomirsky, S. (2018). Does happiness promote career success? Revisiting the evidence. Journal of Career Assessment, 26(2), 199-219.

Witvliet, C.V., Richie, F.J., Root Luna, L.M. & Van Tongeren, D.R. (2019). Gratitude predicts hope and happiness: A two-study assessment of traits and states. The Journal of Positive Psychology, 14(3), 271-282.