Die Kraft der negativen Gefühle oder Positive Psychologie ist weit mehr als Happyology

Hast du das Gefühl, im Leben immer nur auf rosa Wattewolken zu laufen? Öhm, nein, oder?

Ich habe das Gefühl, bei mir ist das an vielen Tagen so (*did my homework*). Aber nicht an allen. Ich kenne negative Gefühle zu gut und bin überzeugt, sie können einen wichtigen Beitrag zu deinem erfüllten Leben leisten. Wenn du sie lässt…

In dem heutigen Artikel will ich dir zeigen, welche Rolle negative Emotionen auf dem Weg zu einem glücklichen, erfüllten Leben spielen, welche Gefühle du einladen und welche du vielleicht auch zur Party deines Lebens ausladen solltest. Außerdem möchte ich mit einem Missverständnis über Positive Psychologie aufräumen, das mir so richtig mächtig auf den Keks geht. Ich habe dir viel zu erzählen, also lass uns direkt loslegen…

Ein häufiges Missverständnis, wenn es um Positive Psychologie geht

Es dürfte für dich keine Überraschung sein, dass ich „in love“ bin mit der Positiven Psychologie 😍. Wäre auch ziemlich dämlich, wenn nicht, denn sie untersucht, was zu einem guten, einem gelingenden und erfülltem Leben beiträgt. Und genau dazu will ich dir ja verhelfen!

Aus all der Forschung und all den Erfahrungen in Coachings und Beratungen wissen wir, wie wichtig positive Gefühle für ein solches Leben sind. Ich selbst schreibe viele Blogartikel, die dir zeigen, wie du mehr Positivität in dein Leben holst. Zum Beispiel in meiner Anleitung zum Glücklichsein oder Methoden wie dem Positiven Tagesrückblick.

Dabei könnte ich ungewollt ein Missverständnis nähren, das mir selbst mächtig auf den Keks geht und mit dem ich oft konfrontiert werde, wenn ich von der Positiven Psychologie erzähle. Nämlich die Gleichsetzung von Positiver Psychologie mit Happyology. Das allerdings wäre ein großer Fehler.

Der größte Fehlschluss, den du ziehen könntest, wäre dieser hier: Negative Gefühle sind blöd. Dass sie sich nicht nur ungut anfühlen, sondern deinem glücklichen und erfüllten Leben sogar abträglich sind. Und du deswegen alles versuchen solltest, um negative Gefühle aus deinem Leben zu verbannen.

Hast du unmerklich genickt? In diesem Fall haue ich hier mal auf den Buzzer und schreie dir laut „nope“ entgegen“!

Durch Positive Psychologie zu positiven Gefühlen und Erfahrungen

Klar findest du es toll, wenn du dich gut fühlst. Geht mir genauso! Wenn ich mit meinem Mann einen Ausflug in den Schwarzwald bei bestem Wetter machen, wir uns die Sonne auf diese Nase scheinen lassen und etwas Leckeres essen, dann bin ich froh, fühle mich lebendig und bin dankbar für diese schönen Momente.

Diese positiven Gefühle helfen mir, meine Akkus aufzuladen, meine Zufriedenheit und Gelassenheit zu fördern und dass ich mich einfach sauwohl fühle. Deswegen geht es in der Positiven Psychologie auch darum, diese Gefühle möglichst oft in dein Leben einzuladen.

Die Momente, in denen alles ineinander greift, in denen ich vor Freude die Welt umarmen und vor lauter Begeisterung Luftsprünge mache, die sind wichtig für mich. Sie sind aber nur ein Teil meines Lebens.

Und sie sind auch nur ein Teil deines Lebens.

Erfüllt leben heißt nicht „happy crappy Einhornshit all day long“

Denn du hast genauso Momente in deinem Leben wie ich auch, in denen du dich ängstigst. In denen du dich schuldig fühlst, vielleicht sogar leer und depressiv. Solche, in denen du neidisch bist oder dich ärgerst.

Angst kenne ich nur zu gut. Zum Beispiel, wenn ich mich wie hier bei soulsweet auf neues Terrain wage und nicht weiß, ob ich das mit dem ganzen Technikkram hinbekomme oder ob du wertvoll findest, was ich schreibe. Ich weiß, wie sich Hilflosigkeit und Ohnmacht anfühlen – zum Beispiel, wenn ich angerufen werde und erfahre, dass mein Mann mit Verdacht auf Herzinfarkt im Krankenhaus liegt und ich fürchterliche Angst habe, ihn zu verlieren. Ärgern kann ich mich fürchterlich, wenn mich jemand offensichtlich anlügt und ich sorge mich oft um das Wohlbefinden Anderer. Ich könnte weitermachen, aber das soll kein Seelenstriptease sein, sondern dir deutlich machen, was ich meine. Deswegen lass uns weitergehen.

Erfülltes Leben, das braucht Wohlfühlglück UND Werteglück

Für erfülltes Leben brauchst du angenehme Gefühle. Ganz unbedingt sogar. Was dann bei dir entsteht, das heißt Wohlfühlglück.

Genauso wichtig ist aber ein zweites Glück. Das Werteglück. Das entsteht, wenn du für etwas einstehst, das dir wichtig ist, wenn du deinem Leben Sinn verleihst und für dich persönlich wichtige Ziele verfolgst.

Das Meiste, das uns im Leben viel bedeutet (z.B. gute Beziehungen zu anderen Menschen und zu uns selbst), das gedeiht durch kontinuierliche Arbeit daran. Ein sehr guter Freund von mir hat viele Stunden harten Arbeitens in Kauf genommen, um heute in seinem Job viele, viele Menschen zu unterstützen. Das war nicht immer leicht. Sondern stellenweise echt mühsam. Wenn du eine tiefe, authentische Beziehung zu jemandem aufbauen willst, dann braucht das Geduld und Verständnis füreinander. Du wirst dich phasenweise vielleicht aufregen, aber das ist es Wert.

Eine ganz persönliche Begegnung mit dem Werteglück und der Kraft der negativen Emotionen

Ich habe drei Jahre mit jungen Erwachsenen gearbeitet. Sie wurden als hoffnungslose Fälle bezeichnet. Junge Erwachsene, bei denen man alles Mögliche versucht hatte, um sie zu erreichen, aber bei denen bisher alles nicht fruchtete. Die Probleme waren vielfältig. Von Obdachlosigkeit über psychische Erkrankungen und hartnäckige Lustlosigkeit war alles dabei.

Ich erinnere mich sehr gut an eine junge Frau. Sie war als Kind anhaltend sexuell missbraucht worden, von ihrem Vater verkauft an andere Männer. Um sie gefügig zu machen, wurde sie als Kind von Drogen abhängig gemacht. Sie ist irgendwann rausgeholt worden aus der Familie, aber war schwer substanzabhängig, lebte auf der Straße und traute niemandem. Ich will diese Geschichte nicht zu detailliert schildern. Mir geht es an dieser Stelle nicht um Sensationslust, sondern um folgenden Gedanken:

Ich habe das Glück gehabt, eine Beziehung zu dieser jungen Frau aufzubauen. Das, was sie mir erzählt hat, hat mich schockiert. Es hat mich betroffen gemacht. Vor allem war ich alles andere als im siebten Himmel in der Auseinandersetzung mit ihr, denn sie hat mich häufig „getestet“ (und damit auch immer mal wieder verärgert), bevor wir in ein konstruktives Arbeiten gekommen sind. Nicht jeden Tag habe ich mich gut gefühlt. Im Gegenteil. Am Anfang war es EXTREM mühsam.

All das waren gute negative Emotionen. Sie waren Ausdruck von Wichtigkeiten und Werten für mich. Sie haben mir geholfen, mich zu entwickeln. Zum Beispiel in meinen Kompetenzen als Therapeutin und Coach, aber auch persönlich in meiner Bescheidenheit und Dankbarkeit dem Leben gegenüber. Ich habe durch sie diesem besonderen Fall die Aufmerksamkeit geschenkt, die er verdient hat und bin drangeblieben. (Was am Ende belohnt wurde). Sie haben mich gelehrt, dass es sich lohnt, negative Gefühle auszuhalten, ohne sich von ihnen auffressen zu lassen. Das „für etwas Wichtiges einstehen“ nicht nur schön und angenehm ist.

Das Leben ist nun mal eine Achterbahnfahrt

Meine wichtigste Botschaft für dich an dieser Stelle: Es ist in Ordnung, dass du dich manchmal schlecht fühlst. Du bist damit nicht allein. Jeder von uns fühlt sich in irgendeinem Moment seines Lebens schlecht. Es ist normal UND ok, ängstlich zu sein, sich hilflos zu fühlen oder auch mal ärgerlich zu sein.

Ein erfülltes Leben, das heißt nicht, diese Momente nicht zu haben. Es bedeutet, zu akzeptieren, dass es diese Momente gibt.

Warum ist das so wichtig?

Du kannst diesen Momenten nicht entgehen! Jedes Leben – auch das glücklichste, gesündeste und beste Leben – beinhaltet Situationen, in denen du dich schlecht fühlst. Sie gehen vorbei, wenn du sie vorbei gehen lässt. Unser Gefühlsleben, das verläuft rhythmisch wie alles andere Natürliche in dieser Welt. So wie es abwechselnd Ebbe und Flut gibt, Sonnenaufgang und -untergang oder den Wechsel der Jahreszeiten, so gibt es in unser aller Leben auch positive Gefühle und negative.

Nicht die Emotion ist das Problem, deine Bewertung ist es

Das ganze Problem besteht nicht darin, dass du negative Gefühle hast. Die gehen vorbei (manche schneller, andere langsamer). Es entsteht aus deiner Bewertung und deinem Umgang mit ihnen.

Zum Beispiel, wenn du …

  • einen schlechten Tag mit einem schlechten Leben verwechselst,
  • dich für deine Gefühle verurteilst oder
  • dich von deinen Gefühlen vom „Ins-Tun-kommen“ abhalten lässt
  • deinen Fokus nur noch auf deine negativen Gefühle richtest und ausblendest, dass sie nicht das Einzige sind in deinem Leben

Verändere deine Bewertungen anstelle dich an deinen Gefühlen aufzuhalten.

Fang beispielsweise damit an, aufzuhören, dich für negative Gefühle zu verurteilen. Wenn du Angst hast, dann lass es bleiben, dich dafür fertig zu machen („Du schon wieder, jetzt bist du schon wieder so ein Angsthase. Nun stell dich doch mal nicht so an!“). Denn damit setzt du eine Negativspirale in Gang.

  • Du fühlst dich schuldig, weil du sauer bist.
  • Du bist sauer (auf dich), weil du traurig oder unsicher bist.

Genauso wenig hilft es dir, die Gefühle nicht haben zu wollen. Das ist dann ein bisschen wie „Hase und Igel“ spielen. Je mehr du nämlich die Gefühle nicht haben willst, umso mehr haben sie dich. Das ist vergleichbar wie das Stecken im Treibsand: Je mehr du dich wehrst und strampelst, umso eher wirst du untergehen. Wenn du dich aus Treibsand oder im Moor retten willst, musst du etwas Kontraintuitives tun. Nämlich still halten und dich dann ganz langsam rausarbeiten (anstelle wild zu strampeln).Erwischt dich im Wasser ein Strudel, musst du versuchen nach unten zu schwimmen, um dem Strudel zu entgehen (anstelle nach oben an die Wasseroberfläche).

Mit Emotionen ist es genauso. Anstelle sie wegzudrücke, sollest du dich ihnen zuwenden (ja, das fühlt sich nicht immer angenehm an!). Schaue, welche Information sie beinhalten und welche Lernchance sich hier für dich bietet. Das ist gelebte Positive Psychologie.

Jedes negative Gefühl bietet eine Chance auf Training, wenn du es richtig anstellst

Von Leslie Greenberg stammt die Unterscheidung von primären und sekundären Gefühlen. Primäre Gefühle, das sind solche, die direkt durch eine Situation ausgelöst werden (wie Angst, Freude, Trauer, Zuneigung). Wenn du sie wahrnimmst, wirst du deine Bedürfnisse spüren und bist in der Lage, aktiv ins Handeln zu kommen, um sie zu befriedigen. Negative Gefühle bieten dir ziemlich viele Trainingschancen, die alle etwas mit einem erfüllten Leben zu tun haben.

Lass mich dir drei Beispiele geben:

Die Kraft von Trauer

Trauer ist die natürliche Reaktion, wenn wir etwas verloren haben. Stell dir einfach einmal vor, was du tust, wenn der Mann deiner besten Freundin tödlich verunglückt oder ein guter Freund von dir seinen Job verliert. Und? Du wirst Trost spenden, richtig? Das ist, was Trauer anzeigt! Wer traurig ist, braucht Unterstützung, Fürsprecher und Trost. Wenn du deine Trauer wahrnimmst (anstelle sie zuzudeckeln mit irgendwas), kannst du schauen, wer dich unterstützen, wer dir helfen kann. Frage nach Hilfe, gehe aktiv in Austausch. Zeig dich. All das hilft dir wiederum bei deinem erfüllten Leben. Es stärkt deine sozialen Beziehungen (die für ein gelingendes Leben extrem wichtig sind!).

Die Kraft von Wut

Wenn du wütend bist, dann bedeutet es, jemand hat deine Grenzen verletzt. Beispielsweise ärgerst du dich, weil dein Mann dich nicht so bei der Hausarbeit unterstützt wie du es dir wünschen würdest oder – noch schlimmer – wie ihr es miteinander verabredet habt. Wut mobilisiert Energie und wirkt dadurch „ermächtigend“. Ohne deinen Ärger würdest du dich vielleicht nicht trauen, deinem Mann „die Meinung zu sagen“ (oder deinem Chef, deinen Kollegen oder wem auch immer). Bewusst wahrgenommene Wut zeigt dir an, dass du deine Grenzen festlegen, kommunizieren oder verteidigen solltest. Wenn du dies tust, kann dies ein wichtiger Akt von Selbstfürsorge sein, du lernst, für deine Bedürfnisse einzutreten und wirst insgesamt mutiger.

Die Kraft der Erschöpfung

Erschöpfung zeigt dir, dass du eine Pause brauchst. Dass du dir zu viel zugemutet hast oder dein Körper mit irgendetwas kämpft. Dein Körper ist im Normalfall sehr gut darin, sich zu erholen. Wenn er es nicht mehr ist und du das Gefühl hast, dich innerlich ausgebrannt zu fühlen oder keine Energie und Kraft zu haben, spür besser hin. Hörst du nicht hin und veränderst etwas, kann das noch eine Weile gut gehen. Aber es wird vermutlich nicht dauerhaft gut gehen. Viele Beispiele an Burnout zeigen das. Klar, es ist nicht angenehm, wenn „man eigentlich viel zu tun hat“ oder „man stark sein will“ und dann ist da die Schwäche oder die Abgeschlagenheit. Aber spür hin und mach was draus: Die Lernchance für dein erfülltes Leben könnte darin liegen, dich selbst und deine Bedürfnisse wichtig zu nehmen und auf deinen Energiehaushalt zu achten.

Sag Ja zu negativen Gefühlen, aber richtig!

Die Kraft der negativen Gefühle kann sich entfalten, wenn du diese Gefühle als Bedürfnisanzeiger verstehst. Nehme sie aktiv wahr und frage dich: Was sagt mir dieses Gefühl? Was ist „jetzt eigentlich dran“? … und dann komme ins Handeln.

Damit sie ihre wahre Kraft entfalten können, solltest du aber genau hinsehen und auch lernen, zu unterscheiden!

Es gibt nämlich auch Gefühle, die nichts für dich tun. Das ist dann der Fall, wenn dich diese Gefühle gefangen halten und von deinem erfüllten Leben abhalten oder es aktiv sabotieren. Klassische Beispiele sind Scham, also das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Dann wertest du dich selbst ab, machst dich kleiner und nimmst dir selbst die Power. Ein weiteres Beispiel sind tiefsitzende Ängste, die dich davon abhalten, aus deiner Komfortzone zu treten und Verantwortung für dich und die Gestaltung deines erfüllten Lebens zu übernehmen.

Manchmal steckt hinter einem Gefühl eigentlich ein ganz anderes. Beispielsweise wenn du dich schuldig fühlst, weil du wütend bist. Eine Coachingklientin hat einmal im Coaching darüber gesprochen, wie wütend sie auf ihren Chef ist, weil der sie so ausnutzt. Bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass sich hinter der Wut eine ganz tiefe Traurigkeit verbarg. Da nun aber Wut und Trauer vollkommen unterschiedliche Handlungen nach sich ziehen, ist es wichtig, dass du genau hinschaust, was du denn eigentlich fühlst!

Vielleicht fragst du dich jetzt, wie du das unterscheiden kannst? So geht´s: Frage dich in einem ruhigen Moment „Gibt es noch ein Gefühl dahinter?“ und gib dir, deinem Körper und deiner Intuition etwas Zeit. Du wirst spüren, ob es noch etwas gibt oder nicht…

Dein größtes Wachstum findet dort statt, wo das Leben dir die großen Brocken in den Weg legt

Negative Gefühle bieten dir Wachstumschancen wie sonst wenig in deinem Leben. Sie sind ein Motor für Sinngebung.

Ich habe mit vielen Menschen gearbeitet, die einen schweren Verlust ertragen mussten (lange Phasen einer depressiven Erkrankung, den Verlust eines Kindes oder der eigenen körperlichen Unversehrtheit). Haben die Coachees es mit meiner Unterstützung geschafft, die negativen Gefühle wahrzunehmen, ihnen Raum zu geben und sie dann auch wieder loszulassen, hat sich eine andere Einstellung zum Leben ergeben.

Trotz anhaltender und schwerer körperlicher Behinderung ist beispielsweise eine frühere Klientin von mir heute viel erfüllter. Sie begrüßt jeden Tag mit einer tiefen Dankbarkeit und erfreut sich an Dingen, die sie früher überhaupt nicht beachtet hat. Warum? Weil sie am eigenen Leben erfahren hat, dass nichts selbstverständlich ist. Sie hat etwas durchlitten, ist gestrauchelt und hat eine ganze Menge an Problemen bewältigen müssen.

Meine Klientin ist daran gewachsen, weil sie einen guten Umgang mit ihrem Verlust gefunden hat. Sie hat Trauerarbeit geleistet und Abschied genommen von der körperlichen Unversehrtheit. Und nein, das ging nicht von heute auf morgen!

Aber ohne die Auseinandersetzung mit ihren Gefühlen wäre sie heute noch immer dort, wo sie am Anfang war: Wütend über die Welt und ihr Schicksal. Hinter der Wut, da war Trauer. Die galt es, erst einmal wahrzunehmen. Ihr Raum zu geben. Um sie dann zu verarbeiten, zum Beispiel unter Rückgriff auf ihre ganz persönlichen Stärken und Menschen in ihrem Umfeld, die sie lieben und unterstützen wollten. Aber auch über die Entwicklung von Selbstmitgefühl. Es galt, anzuerkennen, dass die Erfahrung eines Autounfalls mit solchen schwerwiegenden gesundheitlichen Konsequenzen einen großen Einschnitt bedeutet. Negative Gefühle sind in solchen Situationen normal. Sie durfte sich erlauben, für einen bestimmten Zeitraum wütend zu sein. Sie hat verstanden, dass es allen Menschen in der Situation genauso gehen würde. Und dass es deswegen ganz besonders wichtig ist, sich Gutes zu tun.

Was bleibt?

Wer erwartet, dass das Leben eine Aneinanderreihung von Glücksmomenten ist, der schafft sich selbst die besten Voraussetzungen für das Unglücklichsein. Denn es ist eine unrealistische Erwartung.

Jedes Leben hat Höhen und Tiefen. Punkt.

Das ist auch gut so, denn negative Gefühle und die Tiefpunkte, die lassen uns die Höhepunkte intensiver wahrnehmen. Sie helfen uns, uns selbst zu entwickeln und zu wachsen.

Ich persönlich finde, Marshall Rosenberg hat es richtig gut auf den Punkt gebracht. Er sagte einmal: „Es geht im Leben nicht um die Suche nach dem Glück. Es geht darum, sein ganzes Lachen zu lachen und seine ganzen Tränen zu weinen.“

Für mich heißt das, dem Leben in seiner Ganzheit zu begegnen. Es geht bei erfüllten Leben eben nicht nur um Glückseligkeit oder Glücksmomente. Es geht um Lebendigkeit, um anhaltendes Wachstum und dazulernen.

3 Wege auf deiner Mission Happiness

Wenn du mich also fragst, wie kannst du deine Gefühle nutzen, um dein erfülltes Leben aktiv zu gestalten, lautet meine Antwort so:

  • Maximiere positive Emotionen. Schau, dass du deinen Blick für das Schöne schärfst, dein Leben genießt, stolz bist auf das, was du schaffst. Pflege deine Begeisterungsfähigkeit, lache und tanze durch die Welt.
  • Nutze negative Emotionen als Entwicklungschancen, als Möglichkeiten, deinem Leben Sinn zu geben und dein Werteglück zu steigern. Nehme deine negativen Emotionen bewusst wahr. Höre ihnen aufmerksam zu. Dann komm ins Handeln und leite aus ihnen etwas ab, das dir bei deinem erfüllten Leben hilft. Ganz nach dem Prinzip: „Hoffe nicht auf ein Leben ohne Probleme, sondern auf eines voller guter Probleme!“ oder auch „Wenn das Leben dir Zitronen beschert, mach Limonade draus!“. Übe dich darin, den Dingen Sinn zu verleihen und nach deinen Werten zu leben.
  • Minimiere negative Emotionen, die nichts für dich tun. Frag dich „Sind die Gefühle, die ich gerade habe, förderlich für mich und Andere?“, „Helfen sie mir, mehr über meine Bedürfnisse und das, was ich gerade brauche, zu erkennen? Zeigen sie mir Weiterentwicklungspotenzial?“ Wenn deine Antwort „nein“ lautet, lass diese Emotionen hinter dir! (Ein gutes Beispiel ist dafür Empörung, denn Empörung ist folgenlos. Im Grunde sind das alle Arten von jammern, klagen, sich schuldig fühlen, sich schämen oder was weiß ich.) Und wenn du das nicht allein schaffst, dann hol dir einen Coach oder anderweitige Unterstützung und dann starte durch in deinem erfüllten Leben!

Lass uns in Austausch gehen über die Kraft der negativen Gefühle!

Lass mich in den Kommentaren wissen, was für dich aus diesem Artikel besonders wichtig war und wie du selbst die Kraft der negativen Gefühle siehst! Teile mit uns, welche guten Erfahrungen du gemacht hast, wenn du deinen negativen Gefühlen richtig aufmerksam zugehört hast anstelle sie nicht spüren zu wollen.

Du weißt ja, Sharing is caring: Wenn dir der Artikel gefallen und geholfen hat, teile ihn jetzt mit deinen Liebsten und mit allen Menschen, denen das Wissen auch weiterhelfen kann. Dankeschön!

PS: Ich will dich unterstützen auf dem Weg zu einem glücklichen und erfüllten Leben. Ich bin davon überzeugt, dass du das schaffen kannst, wenn du dich auf den Weg machst. Um zusammen zu tragen, was dabei hilft, habe ich zu einer Blogparade „Dein Weg in ein erfülltes Lebenaufgerufen. Ich bin sehr dankbar, dass so Viele meinem Aufruf gefolgt sind und ihre Antwort darauf geschrieben haben, was aus ihrer Sicht ein erfülltes Leben ausmacht und wie man es erreichen kann. Dieser Artikel ist mein Beitrag zur Blogparade.